Panic Attacks Message Board
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Lumi

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Reply with quote  #1 
Warum bekommt man in angstfreien Zeiten durch Erinnern an die Angstzustände wieder Angst? Ich kann das nicht vernünftig handhaben. Wie bei einem Trauma will mein Körper die schlimmste Zeit einfach nie wieder erleben und hat Angst davor, dass es wieder passiert.

Ich merke z.B., dass wenn ich mit jemanden über diese Zeit spreche, dann kann ich darauf warten, dass ich wieder Angst davor bekomme und z.B. meine typische Aufwachpanik auftaucht.

Wenn ich Abends ins Bett gehe und Angst habe, dass die Angst Nachts kommt, kommt sie auch.

Aber wie kann ich das verhindern? Wenn ich nicht richtig doll abgelenkt bin, dann passiert das von allein. Nicht daran denken zu wollen, bringt genau das Gegenteil zustande.

In stabileren Zeiten kann ich mir sagen, dass die Angst ein unreales Gespenst ist, dass ich selbst erzeuge. Dann tangiert mich das Geschehen nicht so doll. Ich sehe quasi die Wahrheit.

Aber wenn ich wegen etwas gestresst bin, z.B. gerade wieder mal durch eine Erkältung... Da kommen verschiedenste Gefühle zusammen die mich umhauen. Von "leidlich sein", über "alleine fühlen" und der "Angst im Geschäft auszufallen". Mit diesen Emotionen müsste man ja normal umgehen können. Aber da taucht die Angst wieder auf und zusätzlich die Angst, es könnte wieder von vorne losgehen. Da ist dann schon wieder diese unterschwellige Grundangst da, die mich erinnert und nun kippt das wieder...
Und das nach einer Woche völliger Angstfreiheit im Urlaub...

Ist alles was unsere sensibilisierten Nerven stresst sofort ein Trigger sich an die Angst zu erinnern?
Ist doch aber totaler Mist. Ich will mit den Anforderungen im Leben wieder normal umgehen können. Manno. ..

JustElliot

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Reply with quote  #2 
Nehm diese "was wenn" Gedanken nicht so ernst. Es sind nur fiktive Szenarien. Wenn es passiert, dann passiert es halt (dass du z.B. auf der Arbeit ausfällst). Aber es gibt immer eine Lösung zu so einem Problem, aber beschäftige dich erst dann damit, wenn es soweit ist, sonst stellst du viel mehr Pläne auf, als es Probleme gibt - das ist verschwendete Energie und Zeit. Lass einfach mal die Kontrolle los über dein Leben und die Angst. Wie gesagt, wenn etwas passiert in der Art, dann wirst du damit umgehen können.

Trau dich einfach mal dich komplett von dir selbst zu entfernen, die Sorgen einfach nicht so ernst zu nehmen. Dass man versucht, sie zu verdrängen ist ein klares Zeichen dafür, dass man sie zu ernst nimmt.

In den letzten Jahren habe ich mir über so unendlich viele Dinge Sorgen gemacht. Und am Ende ist nichts passiert was ich dachte könnte passieren. Und wenn doch etwas "Schlechtes" passierte, war es nicht einmal annähernd so schlimm wie meine Fantasie... oder war sogar eigentlich besser so.

Lass die Kontrolle gehen. Es ist wirklich alles egal.
Du wirkst nicht gerade dumm, mach dir dein Leben nicht so kompliziert.
JustElliot

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Reply with quote  #3 
Jeff hat leztens etwas tolles gesagt:

You will not "see it go away"! That implies that you will watch the fear/worry go away while maintaining full control of your emotions if fear/worry. Your anxiety will go away when you learn to not control it. Having GAD may imply that you have a control issue. When someone demands control over their fear it becomes a contradiction: how to lose one's worrying while still worrying.
Then you might ask: OK then, how do I give up control in order to make the fear/worry go away? There is no formula because giving up control is NOT doing something about your fear/worry. It's not doing something about those trigger "what if" testing thoughts. It's not analyzing why you have fear/worry.
But the bigger question is what are you worried about? Having anxiety? Then I would answer that you are stuck in the fear of being afraid or the worrying about worrying mode. It is a cycle trap that is based on itself; the fear of being afraid. Your attempts to desperately control it consciously may be the engine that keeps the cycle going. What do you think?

Wenn du es nicht ganz verstehst, dann sag nochmal bescheid.

Es geht darum, dass du nicht darauf warten kannst, dass die Angst verschwindet. Weil dann hast du ein wachsames/sorgendes Auge darauf hast. Du kannst nicht aufhören dich zu sorgen, wenn du dich darüber sorgst. Macht Sinn oder?
Lumi

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Reply with quote  #4 
Danke liebe Elliot.
Ich werde mir irgendwie nicht richtig klar darüber. Ich hab eigentlich gute Erfahrungen damit gemacht, den Alltag weiter zu leben, mich abzulenken und den Gefühlen nicht mehr die Beachtung zu schenken.

Wenn es dann aber wieder so schlimm auftaucht, denke ich immer, ich muss Probleme lösen und darf die Gefühle nicht unterdrücken. Dann fokussiere ich mich darauf. Aber wieder so stark, dass ich noch mehr Angst bekomme.

Und wenn Stress die Anfangsangst damals ausgelöst hat, tut er das dann nicht auch immer wieder?
Ich will z.B. bald eine OP machen lassen. Hab aber jetzt schon so Angst davor, so dass es mir den Schlaf raubt. Ist das nun normale Angst oder schon wieder übertrieben? Sollte ich die OP vielleicht erst später machen, wenn ich die Angst nicht mehr habe? Aber wird das je geschehen?

Alles was mich aufregt und stresst im Alltag mündet wieder in die Angst. Oder treibe ich mich da zusätzlich selbst hinein?

Ich kapiere es einfach nicht richtig. Sorry dafür. Bin schon schlau sonst, aber das will nicht in meinen Kopf[wink]
JustElliot

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Reply with quote  #5 
Hallo Lumi,

Erstmal würden ich sagen, dass du so Entscheidungen, ob du eine OP machen tust ganz sicher nicht von der Angst abhängig machen solltest. Entscheide einfach ob es nötig ist. Zur Not mit der Hilfe einer anderen Person.

Und nochmal zum Thema - Stress löst das aus - die Antwort drauf ist ganz klar Nein.
Was deinen Zustand auslöst, immer und immer wieder, ist die Fokussierung auf die Gefühle von Stress, welches das zu einem anhaltenden Zustand macht.

Nehmen wir an du hast einen stressigen Tag auf der Arbeit, dann bist du angespannt. Wenn du nach Hause kommst und dich weder mit dem jetzigen Zustand, noch mit dem Stress, der morgen vielleicht wieder da sein wird beschäftigst, dann wirst du entspannen können, weil der jetzige Zustand keinerlei Stress auslöst.

So wird der Stress immer wieder abgebaut und entsteht erst dann neu, wenn du wirklich einer stressigen Situation ausgesetzt bist. Ein Kreislauf ist nicht möglich.

Wenn du reale Gefühle fühlen willst, dann musst du in der Realität leben. D.h. deinen Fokus ganz gemütlich die Außenwelt richten. Dort existiert der Konflikt nicht.

Dann reagierst du nur auf den Stress der Außenwelt sozusagen.
Lumi

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Reply with quote  #6 
Okay... also schlechte Gefühle beobachten und daran hängen bleiben, erzeugt die Angststörung? Du meinst, dass die Gefühle wesentlich schneller immer wieder weg gehen würden, wenn ich sie nicht die ganze Zeit beobachte und mich damit beschäftige?

Was ist z.B. mit dem Gefühl nicht allein sein zu können, sich einsam zu fühlen und Angst vor Verlust zu haben? Muss ich nicht danach schauen und es bearbeiten? Wenn ich das seit der Kindheit immer wieder habe und jetzt in der Angststörung ganz extrem, muss ich nicht gucken, dass ich lerne, allein zu sein und keine Angst mehr habe, jemanden zu verlieren usw.? Sonst lässt mich das doch nie los?! Muss man Ängste nicht doch bearbeiten, damit sie sich bessern?
Mich lässt diese Fragestellung einfach nicht los. Klar.. durch Ablenkung verschwinden die Gefühle. Aber sie kommen eben auch wieder.

Ich weiß einfach nicht, wann die Gefühle von der Angst kommen und übertrieben sind und wann die Empfindung normal ist...
Geht es euch allen so, im englischen Forum? Ich versuche immer mal mitzulesen, verstehe aber wie gesagt leider nur die Hälfte...

Hab jetzt das Buch von Paul David und übe mich im Verständnis[smile] Kennst du die Inhalte von ihm? Was denkst du dazu?

LG
JustElliot

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Reply with quote  #7 
Ich kenne seine Werke leider nicht, aber ich denke nicht, dass es einem unbedingt besser geht, nur weil man mehr über die Angst weiß.

Wie ich das heraushöre versuchst du eigentlich im Grunde diese Ängste loszuwerden, weil du sie nicht magst. Die verstecken sich dann hinter Verlustängsten usw. ist aber immer noch alles Angst. Jeder hat mal ab und zu Angst, das wirst du nie ändern können. Und jeder hat Angst einen Freund zu verlieren, ich zum Beispiel meine Familie oder meinen besten Freund, der mir wirklich alles in der Welt bedeutet.

Man muss einfach akzeptieren dass es so ist. Dinge sind halt so, man verliert, man gewinnt.

Auch andere Menschen haben Angst davor alleine zu sein. Der Unterschied ist wirklich nur, dass du dich um einiges mehr damit beschäftigst. Ganz Menschliche Gefühle mit denen jeder mal konfrontiert wird.

Den anderen in dem englischen Forum geht es ganz genauso. Die stellen auch dieselben Fragen. Es sind immer die gleichen.

Geb einfach mal nach du wirst keine Lösung finden können. DU denkst zu viel. Leb einfach mal außerhalb deines Kopfes. Nicht so viel " was wenn " die Zeit wird die meisten fragen beantworten.
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