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Manaolana

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Posts: 18
Reply with quote  #1 
Hallo Zusammen,
ich habe mal eine Frage an euch. Wir alle kennen es ja, dass wir uns verrückt machen über Dinge, die eventuell passieren könnten (aber wahrscheinlich nie passieren werden). Ist es euch aber schonmal passiert, dass was wirklich schlimmes passiert ist und ihr ganz anders reagiert habt?
Ich frage, weil mein Papa vor einer Woche plötzlich gestorben ist und er mir sehr viel bedeutet hat (auch wenn es nicht immer leicht mit ihm war). Ich habe immer eine unglaubliche Angst davor gehabt, dass ich jemand einen meiner Eltern finden würde, wenn was schlimmes passiert ist und Vorallem vor dem Tod. Jetzt ist tatsächlich beides passiert und ich fühle irgendwie gar nichts. Klar habe ich schlimm geweint als ich erfahren habe, dass es keinen Chance mehr gibt, aber seit er Tod ist, kann ich kaum mehr weinen. Ich fühle auch keine Angst. Ich fühle einfach gar nichts. Es ist als wenn mein Inneres zu macht, sobald ich versuche daran zu denken. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich erwartet habe total zusammen zu brechen, wenn es mal soweit kommt und ich jetzt kaum mal weinen kann.
Hat jemand von euch soetwas schon mal erlebt?
Lumi

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Posts: 36
Reply with quote  #2 
Liebe Manaolana, erstmal entschuldige dass hier noch niemand bisher geantwortet hat. Ist leider nicht so viel los im deutschen Forum...
Ich möchte dir noch mein Beileid aussprechen. Dein Beitrag ist ein gutes Beispiel dafür, weil es uns zeigt, dass wir uns oft im Kopf viele Dinge vorstellen und durchleben, es aber in Wirklichkeit immer anders kommt. Jede Situation und jeder Körper ist individuell.
Zudem merkt man so auch ganz gut, dass die Angstgefühle der GAS total anders sind. Irgendwie nicht die Realität und hässlich. Sinnvolle Gefühle, z.B. Trauer fühlen sich echt an und diese kann man auch ertragen, weil man weiß, warum sie da sind.

Gefühle können auch zu anderen Zeitpunkten kommen. Als mein Vater gestorben ist, habe ich die ersten Monate auch kaum etwas gefühlt. Habe eher funktioniert, um meiner Mutter zu helfen und sicher auch aus Selbstschutz. Die Trauer kam viel später und hielt dann auch recht lange an. Und jetzt erst viele Jahre danach tauchte so eine Art Trauma auf, wo ich die Gefühle der Belastung in der Todesnacht immer wieder nacherlebe. Daran arbeite ich bis heute. Mein Papa ist 2007 gestorben.
Gott sei Dank ging es mir nur bei diesem Verlust so. Andere Menschen konnte ich in den Tod begleiten und mich auch verabschieden. Das hat einen sehr großen Unterschied gemacht.

Ich wünsche Dir, dass du es gut verarbeiten kannst. Lass es so sein, wie es ist und denk nicht, dass du was anderes fühlen solltest. Alles zu seiner Zeit.
Viele Grüße.
Lumi
Manaolana

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Posts: 18
Reply with quote  #3 
Hallo Lumi,
Tut mir leid, dass ich jetzt erst antworte. Hatte gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet. Vielen Dank für deine Nachricht. Die Trauer ist bei mir immer noch nicht wirklich rausgekommen. Aber die Angst fühle ich wieder. Obwohl ich eigentlich gar nicht weiß ob es wirklich von der Angst kommt oder weil gerade halt alles so unglaublich schwer ist. Er die Trennung, dann der Tod von meinem Vater und dann ist es auf der Arbeit auch noch so scheisse. Es tut mir auch für dich leid, dass du den Tod deines Vaters noch nicht vollständig verarbeiten konntest. Ich habe auch das Gefühl mich holt das alles noch ein. Aber im Moment versuche ich alles zu akzeptieren und die Angst(- Gedanken) nicht zu beachten. Es klappt mal ein paar Tage besser mal nicht so gut. Aber ich denke mir dann auch irgendwie, dass es okay ist jetzt gerade. Es ist halt (leider) die Art wie mein Körper auf solchen Stress reagiert.
Wie geht es dir denn im Moment?
Lumi

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Posts: 36
Reply with quote  #4 
Manchmal ist es auch so, dass man die Angst sozusagen mit anderen schweren Gefühlen verwechselt. Dann wird jedes Stress-/Trauergefühl der Angst ähnlich und durch die Sensibilisierung erinnert es uns wieder daran. Da kann der Körper nicht richtig unterscheiden. Das Wichtigste ist, in diesem Moment nicht vor dem Gefühl Angst zu haben. Es wahrnehmen, mutig fühlen und dann aber dem Ganzen keine extra Beobachtung schenken.

Mir geht es ganz gut. Es gibt aber auch einzelne schwierige Tage. Ich seh es als Übung an. Mit jedem Mal lässt es sich schneller auflösen.
Weiterhin alles Liebe für dich!
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