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sistrurus

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Reply with quote  #1 

Hallo ich heiße Steve und komme aus dem Süden Deutschlands.

Ich will kurz meine Geschichte erzählen, weil ich endlich wieder normal Leben und denken möchte.

Angefangen hat alles vor knapp 10 Jahren, da war ich 24 Jahre alt. Die Fussball-WM, Tod meines Opas, Krebserkrankung einer sehr guten Freundin, neue Arbeitsstelle bzw sogar die erste richtige Festanstellung nach der Ausbildung, all das kam ziemlich geballt im Sommer 2006 auf mich zu.

Besonders schlimm war der Tod meines Opas, dass hat mich irgendwie mitgenommen. 

Ich bekam eines Tage sin diesem Sommer Magenschmerzen, was ja normal ist, gibts halt mal. Ich dachte mir auch nichts dabei. Nach 2 Tagen waren die Magenschmerzen noch nicht verschwunden, im Gegenteil sie wurden sogar etwas schlimmer. Es brannte ganz fürchterlich Magen, besonders wenn ich etwas gegessen oder getrunken habe. Als ich am dritten Tag immer noch keine Besserung verspürte bin ich zu meinem Hausarzt.

Der vermutete eine Magenschleimhautentzündung hervorgerufen durch Helicobacter pylori.Er verschrieb mir auf Verdacht ein Breitbandantibiotikum mit dem Namen ZacPac. Ich sollte das 7 Tage lang nehmen dann sollte es besser werden. Gut dachte ich, dann mal los.

Am dritten Tag dieser ZacPac Behandlung war es noch immer nicht besser, ich nahm auch immer mehr ab und wog nur noch 47 kg bei 170 cm. Aufeinmal bekam ich Angst das ich vielleicht doch etwas schlimmes habe, und mein Arzt mich falsch behandelt hat. Ich meine er hat mir nur auf Verdacht Antibiotika verschrieben. 

Ich nahm an diesem dritten Tag Abends meine Antibiotika Dosis ein, kurze Zeit später ist es dann passiert. Mein Magen brannte, ich wurde plötzlich total nervös, ich war alleine in der Wohnung. Mir wurde ganz schwindlig und meine Knie wurden ganz weich, mein Puls schoß in die Höhe, ich dachte ich sterbe jetzt. Das ist bestimmt Nebenwirkungen von dem Antibiotikum dachte ich. Ich mußte schnell Hilfe holen bevor ich jetzt ohnmächtig werde. Ich legte mich auf den Boden und lagerte meine Beine hoch. Ich rief meinen Vater an der mich sofort in die Notaufnahme fuhr. 

Kaum dort angekommen ging es mir wieder besser. Der Arzt untersuchte mich nur kurz, also Puls und Blutdruck gemessen und dann meinte er ich soll das Antibiotika weglassen, dass wars. 

Ein paar Tage später dann wieder so eine „Anfall“, diesmal nahm ich aber kein Antibiotika mehr komisch da stimmt doch was nicht. Aufeinmal war ich ernsthaft davon überzeugt schwer krank zusein. 

Diese Krankheiten dachte ich zu haben:

  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa
  • Magenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (daran ist meine gute Freundin mit 25 Jahren verstorben)
  • Innere Blutungen
  • irgendein unbekannter Parasit

 

Kein Arzt konnte jemals eine Organische Erkrankung feststellen. Da ich aber immer Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfälle hatte war ich mir sicher das ich krank bin und die sich alle irren müßen.

Ich bekam auch nie eine Diagnose. Ich machte dann auf anraten eines Arztes eine Verhaltenstherapie die mir aber nicht soviel brachte weil ich mein Problem nicht wirklich schildern konnte, im Nachhinein weiß ich das ich an GAS mit teilweise auftretenden PA leide.

Mittlerweile mach ich gerade wieder eine Therapie die mir definitiv besser hilft als die vorherige. Dennoch komm ich aus dem zweifeln nicht raus ob nicht doch etwas in mir falsch läuft.

Zwar haben sich die  „Krankheiten“ im Laufe der Zeit verändert aber das kann ja nicht das Ziel sein. 


Mein heutiger Zustand stellt sich so dar:

Habe immer so ein komisches Gefühl in der Magengegend, schwer zu beschreiben als wären die Innereien viel zu schwer. Als hätte man Gewichte im Magen. Dadurch spanne ich unbemerkt die Bauchmuskeln an.

Dann ständig irgendwelche Zipperlein. Mal kurze stechende schmerzen in die Brust oder in den Rücken oder in die Nierengegend usw.

Manchmal so ein Druckgefühl in der Herzgegend oder einfach nur ein komische Gefühl in der Herzgegend. Das Herz ist derzeit meine größte Sorge!

Manchmal schießt mir auch irgendwas in den Hals, ich kann es garnicht richtig beschreiben, es ist wie ein erschrecken wenn einem kurz die Luft wegbleibt. Ein schreckliches Gefühl.

Ständig ist irgendwas und ich fühl mich elend, Kopfschmerzen, Übelkeit, Kribbeln auf der linken Kopfhälfte, Tinnitus im linken Ohr, erhöhter Puls und das Gefühl das Herz schlägt nicht richtig.

Kann bei Freunden oder in Restaurants nicht essen. Habe ehrlich gesagt auch kaum noch Freunde weil ich halt immer nein sage bzw die nicht damit klar kommen was ich habe. Sie können es nicht verstehen.

Kann nicht in den Urlaub.

Alles scheint irgendwie eine Unüberwindbare Hürde zusein. 

Selbst wenn ich mir sehr Freue verkrampf ich schon so stark das ich denke ich sterbe bald, weil die Symptomatik die selbe ist.

All diese Sachen lassen mich immer wieder daran glauben das ich bald sterben werde.

Damit das alles nicht noch länger wird hör ich jetzt hier auf. Werde aufjednfall noch auf meine derzeitigen Probleme zu sprechen kommen.

Liebe Grüße

Steve

jeff

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Reply with quote  #2 
Hallo Steve.

Sie waren die Antibiotika-Behandlung für Helicobacter gegeben, weil Sie mit einem Magengeschwür diagnostiziert? Der Magen hat einen direkten Link auf die der Angst Zentrum des Gehirns durch das Nervensystem. Oft scheint der Magen einen Geist von seinen eigenen zu haben. Haben Sie noch andere Medikamente für den Magen, wie die PPI Antazida Medikamente verschrieben? Ich hatte einen langen Zeitraum von einem Völlegefühl im Bauch und konnte es nicht mit Meditation, Entspannung oder Antibiotika zu stoppen.

Ein Medikament wurde mir vorgeschlagen.
Es wird Amitriptylin genannt. Es ist ein altes Antidepressivum, das für Magenschmerzen verwendet, wenn es scheint vorhanden zu Behandlungsmethode zu sein. Es wird bei einer niedrigen Tagesdosis von 10 mg genommen. Es hat sich für mich zwei Mal gearbeitet.
Auch das Antibiotikum Sie für den Helicobacter gegeben wurden betrachtet viele Nebenwirkungen insbesondere im Gastrointestinaltrakt zu haben. Aber auch andere milder Antibiotika wie Amoxicillin kann fast so gut die Heliobactor behandeln. Was angezeigt wird, beschreiben eine Furcht den physischen Körper und das Bewusstsein eines Todes nah mit Ihnen verwandt zu sein. Der Magen ist ein sehr sensibles Körperorgan. 99% der Schmerzen oder Schwierigkeiten im Magen ist gutartig. Ich hatte Magenprobleme für 20 Jahre. Für mich das beste Medikament waren die PPI-Medikamente und die Amitriptylin.

Vielleicht können diese Informationen helfen.
Wenn Sie auf Englisch die anderen Foren haben viele Menschen schreiben können Ihnen helfen.
Liebe Gruesse,
Jeff
JustElliot

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Reply with quote  #3 
Tach sistrurus, habe mir das mal durchgelesen.

Wenn du Angst hast etwas stimme mit deinem Herzen nicht, dann suche deinen Arzt auf, lass ein EKG machen, Blutdruck messen, vielleicht auch Langzeit, wenn es nötig ist oder geh direkt zum Kardiologen, aber das ist eigentlich nicht nötig.

Die Symptome die du dort beschreibst sind so ziemlich die gleichen, die ich hatte. Herzphobie, das Gefühl keine Luft zu bekommen, Magenbeschwerden übler Art.
Im Moment hast du noch mit den Zweifeln zu kämpfen, ob es wirklich die Angst ist, die diese Dinge hervorruft. Deshalb kannst du nicht beruhigt anfangen zu akzeptieren und loszulassen, das ist verständlich.
Ich würde dir also wirklich raten zum Arzt zu gehen und wirklich alles anzusprechen und dann auch nicht hetzen lassen. Wenn es sein muss nehm dir vorher einen Block und schreibe dir deine Fragen auf, damit du auch nichts vergisst. Der Gang zum Arzt ist mir auch nicht sehr lieb, deshalb fand ich das immer sehr gut auch nichts zu vergessen.

Wenn das getan ist, dann kannst du überzeugt sein, dass du nur eine mentale Erkältung (halt nen Stresszustand/Angstzustand) hast, die du durch das Sorgen, ob nicht doch vielleicht etwas anderes dahinter steckt und dem Bekämpfen des Zustandes, aufrecht erhältst.

Gruß, Elliot.
sistrurus

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Reply with quote  #4 
Hello Jeff, Hallo Elliot

Es ist ja nicht so das ich nicht schon bei "tausenden" Ärzten war. Immer ohne Befund.

Hatte letztes Jahr im März und November schon EKG gemacht und sogar ein Langzeit EKG. Alles natürlich ohne Befund.

Eigentlich weiß ich es ja das ich organisch nicht krank bin, aber ich kann mir irgendwie selber nicht trauen. Ich habe einfach große Angst das halt doch etwas nicht stimmt trotz der letzten Untersuchungen. 

Schlimm ist es immer dann wenn die Symptome sich verändern. 

Zum Beispiel sitz ich auf der Couch und fühle mich einfach schlecht, ich kann es kaum beschreiben. Dann zitter ich am ganzen Körper, meine Muskeln zucken wie verrückt aber der Puls bleibt völlig normal (?). Das irritiert mich dann total, weil der Puls normal ist obwohl ich dich gerade Angst habe. Oder ist es doch keine Angst sondern doch was schlimmes?

Es geht dann ja auch wieder weg, aber das verunsichert mich dann immer.

Schlimm ist dann halt auch immer wenn ich mich sehr stark auf etwas freue oder mit Freunden zusammen sitze und viel lache endet das oft in einer Angstreaktion. Warum?

Oder wenn ich mal wieder Fussball schaue und mich echt über etwas aufrege dann verkrampf ich innerlich total und meine Herz schlägt dann sehr komisch, als würde es nur noch einen starken Schlag alle 2 Sekunden machen. Das geht dann wieder weg aber das verwirrt mich auch ständig und macht mir echt Angst das ich jetzt sterbe wenn ich mich nicht beruhige.

Diese gleiche innerliche verkrampfen hab ich auch wenn ich mich sehr lange angeregt mit jemanden unterhalte :-(

Ich weiß einfach nicht wie ich mir endlich 100% vertrauen kann. Ich habe Jeffs Buch gelesen und auch meine Therapeut ist der gleichen Meinung wie Jeff das das der Weg daraus ist.

Mir fällt es unheimlich schwer wenn es mir schlecht geht trotzdem Freude zu empfinden wenn ich weg gehe. Es fehlt mir schwer die Symptome zu ignorieren, die Gedanken holen mich einfach immer wieder ein.

Wo habt ihr Euer vertrauen herbekommen? 

Grüße
Steve
JustElliot

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Reply with quote  #5 
Mein vertrauen kam aus dem Verständnis und dass ich mich mit anderen, die das selbe hatten/haben, austauschen konnte und somit die zweifel aus dem weg räumen.

Irgendwann muss man einfach sagen: das ist nur die angst und schluss damit. Denn genau der glaube daran dass etwas los ist ist das, wieso du dich so ängstlich fühlst. Wenn du glaubst du würdest sterben und deinem Körper das signalisierst, dann wirst du weiterhin ängstlich sein, weil du dich ja bedroht fühlst.

Wenn die ganzen Ärzte sagen, dass alles i.O. ist, dann vetrau darauf. Ich für meinen teil habe mir irgendwann gesagt: gut, wenn ich nun also sterben muss, dann soll es so sein, aber bis dahin will ich mich nicht verrückt machen und mein Leben einschränken.

Was du beschreibst unter Freuden und wohl in generell jeder Situation ist klassische Angst. Du meinst du kannst es nicht beschreiben wie sich das anfühlt, aber ich weiß genau was du meinst. Zitternd, geladen, nervös, Todesangst im Nacken und ständige Fokussierung auf sich selbst. Ist sehr unangenehm.
Die Angst auch bei Freude kommt daher, dass du jede Art Erregung fürchtest und generell alles, was deinen Körper verändert. Z.b. puls, Atmung. Du bist hyperfokusiert und nimmst jede noch so normale veränderung als Gefahr wahr, weil du ja der überzeugung bist, es wäre etwas nicht in Ordnung mit dir. Das ist nicht wahr.
Du musst lernen deinem Körper zu vertrauen!!! Punkt. Selbst wenn du sterben müsstest, würde deine angst dich nicht retten. Was soll sie tun, dich dazu bringen vor dir selbst wegzulaufen?

Konzentriere dich auf etwas anderes als dein Innenleben und zeige ihm somit, dass du ihm vertraust und dass diese Angst unberechtigt ist.
Mit dir ist nichts los und Angst kann nicht umbringen.
Sie ist nur unangenehm. Und selbst das kann man akzeptieren.

Wenn du Angstsymptome spürst dann locker lassen, nicht anspannen. Das fühlst du in den Muskeln.
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