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JustElliot

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MEINE LÖSUNG als Betroffener (werde zu GAS nochmal etwas schreiben 28.12.15)
Schonmal einen guten Rutsch an alle, die das hier lesen!

Hallo allerseits, hier ist wohl kaum noch jemand oder gar niemand mehr. Aber in der Hoffnung, dass es vielleicht doch irgendwann jemand lesen wird, tue ich das mal hier veröffentlichen.

„Keine Sorge, du hast dich nur erschreckt. Mit dir ist alles in Ordnung.“

Zu aller erst zu meiner Vorgeschichte:
Ich habe ungefähr ein Jahr damit gelebt, ohne zu wissen was vor sich geht, bevor ich den richtigen Lösungsansatz auf der Seite von Jeff gefunden habe. Danach habe ich weitere sechs Monate gebraucht um es wirklich zu verstehen und auch umzusetzen. (Im Voraus: Es ist egal wie lange du damit gelebt hast, die Lösung ist die gleiche und unabhängig davon)

Das witzige ist, dass die PS (Panikstörung) und die GAS (Generalisierte Angststörung) in etwa den gleichen Lösungsansatz haben.

Und zwar: Verstehen -> Akzeptieren -> Loslassen

~ Die Angst vor Folgen, die Angst vor den Gefühlen hält uns wach.

PS (Angst vor der Angst):  

Vorgeschichte zur PS: Du hattest wahrscheinlich mehr Stress als du abbauen konntest und daher kam es zu einer ungefährlichen Stressreaktion. Als du diese gefürchtet hast (z.B. fälschlicher Weise geglaubt hast du würdest an einem Herzinfarkt sterben oder verrückt werden), hast du die Angstreaktion deines Körpers ausgelöst (Panik). Das ist nämlich die einzige Reaktion, die dein Körper in Bezug auf Gefahr kennt. Da du nun glaubtest (wenn auch nur gefühlsmäßig), dieser Stress würde in der Lage sein, dich umzubringen, horchst du ständig in dich hinein und analysierst, um sie zu vermeiden. Du hast Angst vor der Angst. Offensichtlich kann das keinen Sinn machen, weil es schon sehr lächerlich wäre, wenn du an der Schutzreaktion deines Körpers draufgehen würdest. Panik ist unnötig, wenn dein Leben nicht bedroht wird (z.B. durch ein wildes Tier)

Merkst du etwas? Angst ist etwas komplett eigenständiges, nichts Äußeres löst sie aus. Kein Baum, kein Film, kein Mensch, nichts. Nur die Angst davor, dass ETWAS es auslösen KÖNNTE, weil du die Ursache noch nicht kanntest, macht dich ängstlich und hält dich wach, was wiederum Stress bedeutet. Und das wiederum nimmst du als Beweis dafür, dass es wirklich die Ursache sein könnte. Das stimmt aber nicht. Nur die SORGE darüber löst bei dir Stress aus und das wiederum löst Angst in die aus, was dann zur Panik führen kann.

Es gibt keinen Grund den Stress oder die Angst zu fürchten. Es kann etwas unangenehm sein, aber es ist vorrübergehend. Genauso wie sagen wir mal eine Wunde, die sehr gut verheilt, wenn du sie lässt und nicht ständig darin herumstocherst.

Deine Furcht vor ihr ist wirklich das, was sie aufrechterhält.

Zu Erst… (selbiges gilt nebenbei für die Stresssymptome von GAS) Musst du wissen, dass du nicht deshalb an einem Herzinfarkt sterben wirst, nur weil dein Herz eventuell durch den Stress mal hin und wieder ein paar Sprünge macht. Das ist ungefährlich und normal. Bei Zweifel kannst du das mit deinem Arzt absprechen.

Ohnmächtig wirst du genauso wenig, denn dafür braucht man einen recht niedrigen Blutdruck. Die Reaktion des auf den Boden Fallens soll den Kopf in Richtung Boden bringen, damit Blut ins Hirn fließt. Aber bei einer Panikattacke hast du genau das Gegenteil, meist einen recht hohen Blutdruck und hohen Puls. Ohnmacht, ist wie Jeff sagt, ein medizinisches Problem.

Durch diesen Stress wirst du auch nicht in die Schizophrenie abgleiten (verrückt werden). Du bist wirklich das Gegenteil von verrückt. Ich kenne eine Schizophrene Person und das sah ganz anders aus, also beruhig dich. Die Unwirklichkeit kommt höchstens davon, dass du dich so viel sorgst, dass dein Körper zwanghaft versucht dich herunterzufahren. Du wirst deshalb nicht die „Kontrolle“ verlieren. Es ist eher ein Beweis dafür, dass dein Körper in der Hinsicht gut funktioniert.

Und das gelegentliche Muskelzucken, das du möglicherweise hast, bedeutet auch nichts Besonderes. Das ist nur ein nervöses Zucken bei Stress, ganz ungefährlich.

Lerne diese Reaktionen als natürlich und ungefährlich wahrzunehmen und sie dann zu ignorieren. Über weitere Symptome brauche ich denke ich mal nicht reden, die kennen wir alle zu genüge.

Es gibt Menschen die leben damit schon mehr als 10 Jahre und leben immer noch.

Bei Unsicherheit aber immer mit dem Arzt abklären.

Ursache (oben beschrieben): Angst vor einer ungefährlichen Reaktion

- Im Grunde Angst vor der Angstreaktion -

Lösbar durch...

1 - Verstehen der Ursache (falsche Reaktion), also dem Verständnis dafür, dass es ungefährlich ist, damit man auf zukünftige Stressreaktionen nicht mit zusätzlicher Panik reagiert. (Auch eine Art Vorsorge, keine Vermeidung. Sondern nur ein angemessener Umgang mit Stresssymptomen)

2 - Erleben und akzeptieren der Angst und der anderen Symptome und sie herausfordern schlimmer zu werden, bereitsein, sie in ihrer schlimmsten Form zu erleben! Ihnen erlauben dich umzubringen, wenn es sein muss (was sowieso nicht passieren wird).

Denn solange du versuchst die Panik zu vermeiden, behandelst du sie wieder als Gefahr, weil du ihre Wahrheit noch nicht verstanden hast.

Sie ist nichts weiter als eine aufregende Reise. Vergewissere dich selbst. Leg dich hin/setz dich hin, konzentriere dich auf die Panikattacke und fordere sie vom tiefsten Herzen auf, schlimmer zu werden. Kein Wegrennen. Sie ist nicht schlimm. Sie wird dich nur aufschütteln. Geh bis ans Ende der Angst und versuche darüber hinaus zu gehen, auf die andere Seite.

Meine Zeit der Panikattacken war vorbei, als ich es einmal komplett durchlebt habe, ohne es stoppen zu wollen und versucht habe es schlimmer zu machen. Ich war sehr erfreut über den Ausgang/die Wahrheit, willst du ihn nicht auch sehen?

„Danke, dass du mich retten wolltest, aber du kannst jetzt locker lassen.“

Auch Akzeptanz gegenüber der unangenehmen Ereignisse, die du wahrscheinlich durch die Ungewissheit erlebt hast.

3 # Als letztes auf etwas anderes konzentrieren, die Frage abschließen. Sobald du es verstanden hast wirst du wissen, dass es keinen Grund gibt um darüber nachzudenken. Fokus nach außen lenken, das Innere ignorieren.

Und wieso gibt es keinen Grund darüber nachzudenken? Weil die Angst irreal ist. Sie wird nicht gebraucht und sie ist nicht gefährlich. Also kannst du das Denken und Analysieren sein lassen. Du hast sie mit deiner Sorge über sie zu einem Monster gemacht, mehr nicht.

Übergang: Nachdem du deine letzte PA erlebt hast, wirst du möglicherweise immer noch sensibilisiert sein. Es sind Nachwirkungen/Überreste vom Stress, der durch das ganze Analysieren und Sorgen kam. Dieser Zustand wird wie gesagt Sensibilisierung genannt (er besteht auch während der PS), denn er wirkt wie ein Verstärker auf deine Gefühle und Ängste. Der Zustand wird von alleine nachlassen, wenn du ihn nicht mit weiterer Sorge fütterst. Wahrscheinlich sogar sehr schnell, vielleicht innerhalb einiger Tage oder wenigen Wochen. Also keine Eile! Ansonsten:


GAS (Sorgen ums Sorgen) in dem Bezug auf die PS:

(Meine) Vorgeschichte: Nach der letzten Panikattacke war ich, wie oben beschrieben, noch sensibilisiert. Und hierbei habe ich mir selbst ein Beil in die Tür der „Erholung“ geklemmt. Denn anstatt diese Sensibilisierung als vorrübergehend und ohne Grund zu erkennen (die PS war weg, also gab es keinen Grund mehr zu denken), habe ich angefangen mich darüber zu sorgen, wieso ich immer noch Angst und Stresssymptome habe. Doch das ist wirklich nur der restliche Stress gewesen durch die ganze Überlastung durchs Sorgen, den ich innerhalb weniger Tage hätte abbauen können, hätte ich nicht einen Teufelskreis erschaffen.

Durch das Sorgen über den restlichen Stress habe ich Stress aufgebaut, der mich wiederum dazu verleitet hat mich zu wundern, wieso ich mich immer noch so fühle und wiederum zu analysieren. Doch es gibt keinen Grund! Stress braucht halt einen Moment bis er abgebaut ist, bis dahin sollte man seine Symptome einfach ignorieren und das Beste draus machen. Es gibt keinen Grund sie zu beachten, weil sie keinen Sinn machen. Die Nachricht dahinter ist einfach nur, dass du dich fürchtest. Symptom = Nachricht, Status

Ursache: Glaube, dass etwas dafür verantwortlich ist, dass etwas, möglicherweise Äußerliches, es auslöst oder etwas mit einem nicht stimmt, obwohl nur der Glaube (Die Wachsamkeit, die Analyse) den Stress auslöst.


Es gibt NICHTS, das das tut. Nur der Zweifel daran, die Suche nach dem nicht existierenden Grund.
Problem: Angst vor d. Angst und den Stresssymptomen (Symptome der Angst). Zum Beispiel wegen Kopfschmerzen, Übelkeit, Verdauungsproblemen, …


Lösbar durch

1 - Das Verständnis über den Stress und die Herkunft und ganz besonders das Verständnis dafür, dass NICHTS und absolut NICHTS Äußeres den Stress auslöst. Sondern nur die Suche nach dem nicht existierenden Grund. Denn die Wachsamkeit u. Analyse braucht viel Energie.

Ja, du denkst, dass etwas ist und siehst dich bestätigt, weil du immer noch Stress und Angst verspürst. Kommst aber nicht darauf, dass nur die Suche nach dem Nichts der Grund ist. (zum tausendsten Mal erwähnt, aber trotzdem)


2 - Herausfordern der Symptome, falls nötig, schlimmer zu werden (Akzeptanz, Begegnung d. Angst). Du kannst dich ja mal hinlegen und sagen: Okay, gut, werde ruhig schlimmer, das macht mir nichts aus. Wenn Angst kommt, dann geh weiter, folge ihr und versuche sie zu verstärken. Mir ist es so ergangen, dass ich plötzlich Wellen von Erleichterung verspürt habe. Du musst es nicht einmal mögen, du kannst es ruhig hassen, aber damit umgehen musst du trotzdem.

Vieles wird erst deshalb so unerträglich, weil du dich darauf konzentrierst und glaubst, es wäre nicht aushaltbar. Sowas nennt man manchmal auch „Sekundäre Gefühle“. Man hat Schmerzen und fügt noch mehr Angst hinzu oder Wut, Hoffnungslosigkeit, usw.

Bei Frauen würde ich jetzt sagen: Diese Schmerzen und so weiter und das Unwohlsein ist wie mit den Regelschmerzen. Sie sind da, man weiß, dass sie weg gehen werden, also ignoriert man sie bestmöglich und legt sich eine Wärmeflasche auf den Bauch.

Mach einfach kein Monster draus. Das vergeht schon, weil es nicht unser natürlicher Zustand ist. Dein Körper wartet darauf, endlich zur Ruhe zu kommen.

// Kleine Bemerkung: Das eine Mal hatte ich mich auf meine Bauchschmerzen und das unruhige Grummeln konzentriert. Es wurde um ein vielfaches schlimmer, sodass ich schon fast ins Krankenhaus gegangen wäre. Ich bin mir sehr sicher, dass meine Fokussierung darauf dafür verantwortlich war. Denn als ich es losgelassen habe, ist es so langsam verschwunden.

Das, auf was du dich konzentrierst, wird mit Kraft gefüttert und verstärkt sich. Schenk deine Aufmerksamkeit lieber den schönen Dingen.

Angst dass es wiederkommt? Scheiß einfach drauf. Du hast es einmal überstanden und wirst es wieder überstehen, falls nötig (eher unwahrscheinlich). Einen Scheiß geben ist das Gegentil von sich Sorgen. Also schlichtweg der Weg, den du einschlagen musst. Geb einfach einen Scheiß auf die Symptome, egal ob PS oder GAS. Das sind "Nachrichten" ohne Sinn. Und so schlimm sind sie nun auch wieder nicht. Dinge werden nur so lange bestehen, wie sie eine Funktion erfüllen. Deshalb verschwinden Gefühle sehr schnell, sobald man sie vollkommen akzeptiert, fühlt und sie ihre Arbeit machen lässt. Beweise dir einfach, dass du damit umgehen kannst, es also nicht mehr auf biegen und brechen vermeiden musst.


3 #  Als letztes auf etwas anderes konzentrieren, die Frage abschließen.

Bemerkung zu => Als letztes auf etwas anderes konzentrieren, die Frage abschließen. Grund: baut Stress ab (desensibilisiert), welcher verstärkend wirkt auf die Gefühle (deshalb sensibilisierend) und gilt als letzter Beweis dafür, dass alles in Ordnung ist. Bei dem kleinsten Zweifel wird es nicht funktionieren. Stress wirkt wie gesagt verstärkend, während dieser Zeit tendiert man dazu über zu reagieren und schneller Angstreaktionen zu zeigen. Das sind auch nur Symptome, lass dich davon nicht einschüchtern. Wundere dich ebenso wenig über ängstliche Gedanken, das sind auch nur Symptome, lass es gehen und konzentriere dich auf die schönen Dinge im Leben.

Dein „Geist“ wird diese Ereignisse nicht vergessen wollen, aber du weißt, dass du in Sicherheit bist.

Während du dich auf etwas anderes konzentrierst MUSST du verstanden haben, dass DIESE ÄUSSERLICHEN Dinge, z.B. Fernsehen oder zocken NICHT für diesen Zustand verantwortlich sind, sondern ihn verbessern werden, sobald du dich in der Sache vertiefst und dich Stück für Stück selbst vergisst. Der Fokus muss von innen nach außen gehen, du musst dich vergessen. Erst dann hast du wirklich zu 100% akzeptiert.
Denke auch daran, dass du dich nicht zu 100% auf etwas anderes konzentrieren kannst, wenn du diese Tätigkeit nur deshalb tust, UM EINE BESSERUNG ZU ERREICHEN. Hör auf dir damit und tue einfach was du magst, ohne dich davon beeinflussen zu lassen. (weil mit dem Wegschieben und Grübeln, deiner Inakzeptanz, schaffst du für sie wieder einen Grund um zu existieren. Und das wird dein Grübeln am laufen erhalten.)

Ablenken heißt nicht, zu versuchen etwas zu ignorieren. [wink] Sondern DU benennst diesen vorrübergehenden Zustand als UNWICHTIG und machst mit dem weiter, was du gerade tust, weil dein Problem uninteressant ist. Wenn etwas die Dringlichkeit hat, ignoriert zu werden, muss es einen Wert haben, dann gibt es nämlich unterbewusst einen Grund, es doch nicht zu ignorieren. Vergiss es einfach, hör auf irgendetwas zu tun, und wenn die Panik kommt, lass sie laufen. Das sind nur die Zweifel in dir drin, die dich beschützen wollen, mehr nicht, versuche nicht sie zu analysieren und nehm sie nicht ernst. Das ist nur falscher Alarm.

DU ignorierst diesen Zustand nicht, weil du ihn ändern willst, sondern einfach nur, weil er scheißegal ist. Er hat keinen Wert, keine Bedeutung für dich.

Die schlausten Leute sind eh die, die es einfach glauben und vergessen. Jeder von uns hat es schon ein Dutzend Mal durchgekaut, die gleichen Fragen, die du dir auch stellst, und jeder kommt zu der gleichen Lösung. Wieso willst du dir das auch noch antun? Vertrau einfach darin, dass es funktioniert.


Ebenso hilft es absoult nichts sich ständig zu sagen "Das ist unwichtig, das ist egal." (Dann tust du ja wieder etwas, um es zu verändern). Diese Einstellung der Ignoranz ist ein Gefühl, das dadurch erzeugt wird, dass du dich mit etwas anderem beschäftigst und diese Symptome und Gedanken (-ebenso Symptome) akzeptierst, aber bewusst für nicht weiter interessant erklärst.

Egal was du tust, um den Zustand verschwinden zu lassen, sie wird solange bleiben wie du sie fürchtest und verfluchst, WEIL genau diese Furcht ihre Grundlage ist. Egal ob GAS oder PS, beides lebt von diesem Irrsinn. Und genau WEIL es so irrsinnig ist, solltest du es vergessen.

Die Lösung ist das grundlegende Verständnis zur Beruhigung deines Gewissens, damit du loslassen kannst, aufhören kannst ständig zu Zweifeln. Hör auch auf immer weiter reinzugehen in die Materie, denn abgesehen von DIESEN einfachen Begründungen und etlichen Symptomen, die diese Zustände begleiten, gibt es NICHTS herauszufinden.

Nebenbei, ich habe oft die Frage gelesen (und auch schon oft gestellt): Wie kann ich etwas akzeptieren, das so schlimm ist?

-> Wie akzeptierst du einen gebrochenen Arm oder Halsschmerzen? Es ist einfach so und es wird weggehen. Aber du brauchst das Vertrauen darin, dass es keine Negativen folgen haben wird, wenn du es beiseite schiebst.

Akzeptiere, dass die Panikattacken keinen Sinn machen, weil die Panik u. der Stress ungefährlich sind, die GAS infolge dessen ebenso wenig, weil sie nur das exzessive Sorgen bedeutet, was dich beschützen wollte, du die Lösung gefunden hast und den Konflikt jetzt bei einem netten Bier vergessen darfst.

Starte dein Leben neu. Denke auch an das positive, was dir diese Zeit gebracht hat. Du bist gegen Stress viel unempfindlicher als der Durchschnittsmensch. Stell dir einmal vor eine Person, die niemals das erlebt hat, was du erlebt hast, würde mit einem Mal all das durchmachen. Sie würde es bestimmt nicht aushalten können.

Ich werde versuchen das alles jetzt zu vergessen


 

Noch eine Anmerkung in Bezug auf den Versuch es zu ignorieren. Wenn du in diesem Teufelskreis gefangen bist, ist so ziemlich alles was du erlebst ein Symptom. Ob es das Denken ist, deine vermeidende oder zweifelnden Handlungen, deine Gefühle. Wenn du dir sagst, dass alles in Ordnung bist, dann versuchst du dich immer noch zu beruhigen usw. Es gehört alles dazu zum Zweifeln und ärgern. Jede Art der Beachtung ist fehlende Akzeptanz und Sorge. Wieso könnte es sein, dass du immer noch so stark sensibilisiert bist? Mögliche Gründe: - Unser Körper ist dafür gedacht, die meiste Zeit des Tages aufzunehmen, sich berieseln zu lassen und nicht unbedingt dafür ständig zu verarbeiten, zu bewerten so als würdest du den ganzen Tag Mathe rechnen. Kein Wunder dass sich unser Körper zu Wort meldet, wenn wir das aus dem Gleichgewicht bringen. Erinnere dich also daran, dich berieseln zu lassen, dein Körper braucht das. - Ein weiteres Problem könnte sein, dass du wirklich dachtest etwas wäre nicht in Ordnung mit dir und du nun die Angst hast, dass andere dich dafür ablehnen könnten. Sei einfach du selbst, sich für andere zu ändern kostet sehr viel Kraft und kostet meist ein Teil von dir selbst, außerdem bist du mit höchster Wahrscheinlichkeit nur zu gestresst, das ist doch kein Persönlichkeitsdefekt. Selbsthass ist vorprogrammiert, wenn du das tust. Sei du selbst, riskiere die Ablehnung. Besser alleine im Frieden, als zusammen in der Hölle. Du wirst dich wundern wieviel mehr du oft respektiert wirst, wenn du den Mut hast du selbst zu sein.
- Sich zu entspannen bedeutet absolut gar nichts zu wollen. Keine Verbesserung deiner Gefühle, kein Nichts. Du kannst deinen Zustand durch ignorieren der Symptome NICHT schlimmer machen, falls du dich darum sorgst. Also versuch es doch aus.
Es ist lediglich so, dass zwei deiner Gehirnteile Ping-Pong miteinander spielen und mittlerweile recht erschöpft sind. Der eine Teil bringt die Symptome, der andere bringt die Sorge und dann antwortet der eine wieder mit Symptomen. Und so sind beide immer motiviert zu spielen. Nehm die Motivation, indem du die Sorge nimmst.

Die Frage ist ebenso, ob du uns allen hier glaubst. Wie wäre es, wenn du es einfach ausprobierst? Von Angst kannst du zumindest nicht sterben, also was hast du zu verlieren?
jeff

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Reply with quote  #2 
Vielen Dank Justelliot für diese Informationen.
Gibt es deutschsprachige Menschen, die mit Panikattacken, die diesen Ort zu finden wird leiden?
JustElliot

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Reply with quote  #3 
Hallo Jeff,
ich weiß es nicht, aber es würde genügen, wenn wenigstens eine Person diesen Gedankenansatz irgendwann einmal mitbekommt. Im Moment bin ich schon dabei diese Informationen zu verteilen, aber deine Webseite ist für andere sehr schwer zu finden. Ich selbst bin nur durch einen Zufall darauf gestoßen...
Wenn ich jemanden kennenlerne, der auch daran leidet, werde ich ihn auf die Seite verlinken. Naja, immerhin gab es schon 21 Aufrufe. Wer weiß, vielleicht hilft es ja doch jemandem.
applepie

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Reply with quote  #4 
Ich habe leider feststellen müssen, dass die meisten Menschen erst einmal völlig zumachen oder diesen Ansatz einfach ignorieren. Grund dafür: sie bestehen auf ihre "Krankheit", weil man damit auch die Verantwortung abgeben kann.
Ich denke, man braucht eine bestimmte Weile, um reif zu sein für diese Methode. Zu viele Menschen wollen einfach eine Pille einwerfen und so wenig Anstrengung wie möglich investieren.
JustElliot

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Reply with quote  #5 
Wenn man nicht nach einer Lösung sucht, kann es ja nicht so schlimm sein [wink]
Aber alles ist zu rechtfertigen, jeder versucht nur seinen Frieden zu finden. Trotzdem ist es ihnen selbst überlassen welchen Weg sie gehen..

Außerdem ist das witzige an dem, was du sagst, ja, dass die einfachste Methode JENE ist, von der wir alle reden.
Was kann man schon leichteres machen als einfach absolut NICHTS tun? Das ist doch die schönste und angenehmste Lösung der Welt.
applepie

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Reply with quote  #6 
Für Deinen ersten Satz im letzen Posting würden Dich sicher manche gerne lynchen[biggrin], aber Du hast recht. Das Problem dabei ist nur, dass der Großteil dabei nur noch Selbstmitleid ist, ein ständiges Jammern, warum es nicht besser wird, die AD wirken nicht, jammer hier, jammer da....aber tun will keiner aktiv was. Die PIllen und der Doktor sollens richten. Aber gut, jeder, wie er meint. Ich habe lange gebraucht, um das zu akzeptieren.

Die Methode ist einfach, aber nicht leicht zu bewerkstelligen. Sie braucht Disziplin, Ausdauer und die Bereitschaft, jeden einzelnen Tag aktiv an sich zu arbeiten. Das ist oft so anstrengend, dass man einfach aufgeben und sich selber bemitleiden möchte (kann man ja auch mal kurz, aber dann Staub abschütteln und wieder ab in den Sattel). Und da man oft einfach eine Weile braucht, um sein jahrelanges auf Negativität getrimmtes Hirn neu zu programmieren, braucht man schon einen langen Atem. Aber was man alles schon auf dem Weg erleben und erfahren kann, finde ich phänomenal! Man kann der eigenen Entwicklung förmlich zusehen und das Schöne ist, dass jeder Mensch gut daran tun würde, diese Methode anzuwenden, denn man profitiert sein ganzes Leben lang davon.

Einen schönen, sonnigen Tag, und immer die Augen offen halten für Überraschungen, ja?
JustElliot

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Reply with quote  #7 
Es mag sein dass manche mich gerne dafür lynchen würden, aber so ist es nun mal. Natürlich ist es verdammt schwer ein Verständnis dafür aufzubauen, es ist als wären die Sorgen unkontrollierbar und all das Quatsch. Man denkt man müsse sich selbst verarschen, obwohl die eigentlichen Gedanken, die einem jetzt vorkommen wie die Realität Lügen sind.
Das Problem liegt halt immer darin, die Ursache ausfindig zu machen und diese dann zu beheben, anstatt seine Symptome mit Medikamenten zu bombardieren, damit sie Ruhe geben. Der Konflikt läuft aber im Hintergrund weiter, obwohl es viele Fälle von Spontanheilungen gibt. Nur leider war ich keiner dieser glücklichen Seelen.

Wie du wahrscheinlich schon bemerkt hast fällt es mir im Moment auch schwer, jeglichen Zweifel loszulassen und aufzuhören den Zustand zu bekämpfen. Denn es ist so menschlich und scheinbar die einzigst sinnvolle Reaktion auf etwas unangenehmes. Hier müssen wir in die andere Richtung gehen...

Überraschungen? Klar, bin ich immer dabei. Dir wünsch ich auch noch nen schönen Tag.
ayk_91

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Reply with quote  #8 
Hallo JustElliot!

Echt hammer was du hier schreibst! Ich leide selbst an Panikattacken und diese Wörter haben mich wirklich noch mehr motiviert! Ich persönlich tuhe wirklich viel dafür, mich der Angst zu stellen. Zur Anfangszeit war es extrem, ich lag nur im Bett rum (2 Monate zuhause) irgendwann nach langem "forschen" im Internet habe ich raus gefunden, wie du auch sagtest, dass man sich der Angst stellen muss. Seit 2 Wochen gehe ich jeden Tag raus, mal ist es extrem, mal ruhiger. Ich gehe extra an Orte wie zB. Kino, Stadt um die Angst zu provozieren. Das ist echt hart! Ich Frage mich halt nur, wie lange ich diesen weg noch gehen muss. Werde ich irgendwann Angst frei sein? Es sind halt immer wieder Momente da wo man die Motivation verliert, wie gesagt mal mittelmäßige Panik mal extrem . ich führe mich dann auch meistens peinlich auf. Verstehst bestimmt was ich meine. Ich ziehe die ganze scheisse ins lächerliche aber wenn die Panikattacke kommt dann kann ich wirklich gar nicht mehr klar denken. Ich bin 24 Jahre Alt und hoffentlich noch ein leben vor mir. Will diese angst nicht mehr zum Hauptbestandteil meines Lebens machen. Ich gehe am 15.12.15 freiwillig in eine Psychosomatische Klinik, für 6 Wochen. Hoffe es wird mir helfen. Will diese Panikattacken ein für alle mal los werden. Danke nochmal für deine motivierenden Wörter! Habe mich hier extra angemeldet weil ich auch meine Erfahrung teilen wollte. Ich hoffe ich Kriege noch eine Antwort von dir . liebe grüsse
JustElliot

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Reply with quote  #9 
Ich freue mich extrem, dass du dich hier meldest, dachte schon es liest niemand! Deshalb werde ich dir natürlich auch gerne antworten. Bin selbst nur 22 Jahre alt und falls du mehr Infos brauchst, werde ich auch in Zukunft gerne mal wieder etwas posten oder meinen alten Post etwas korrigieren.

OK als erstes: Ich war auch in der Klinik gewesen (Ursprünglich für 6 Wo. gedacht, war aber nur 1 Wo. drin, weil die mich kranker gemacht haben als ich rein gekommen bin), das EINZIGE, was mir das geholfen hat war so frustriert zu sein davon dass ich dort bin, dass ich es durchgezogen habe mich zur Not "von der Panik umbringen zu lassen". Ansonsten war die Therapie sehr spärlich und total fehlgeleitet. Die wollten mir andrehen dass ich kurz vor ner Psychose stehe und dann sagen die mir am nächsten Tag "Davon war nie die Rede". Ach ja, wie schön. Ansonsten gab's nur die Möglichkeit Medikamente zu nehmen, was ich aber abgelehnt habe. Die vergrößern die Angst ja noch mehr, da du glaubst, dass du diese Angst ohne die Medikamente nicht aushalten könntest (spreche aus Erfahrung). Nehm am liebsten besser keine und ziehe den Mist durch. Am Ende war ich halt sehr gestresst und ich gehe davon aus, dass ich genau dadurch das Problem entwickelt habe, das ich Momentan noch habe, und zwar Migräne mit des öfteren mal richtige Migräneattacken, die sehr unschön sind. Das ist aber auch vorrübergehend, solange ich mich nicht Stresse oder von Stress und Angst beeindrucken lasse. Trotzdem will ich dir die Klinik jetzt nicht schlecht reden. Du wirst deine eigene Erfahrungen machen müssen, am Ende kannst du ja noch die Reißleine ziehen. Würde dir dann eventuell eher raten in eine Reha zu gehen. Sprich mal mit deinem Arzt darüber oder mit nem Psychologen.

Das mit dem peinlich benehmen kenne ich auch zu gut, aber es ist wichtig sich selbst zu akzeptieren, was einem sehr schwer fällt. Zumindest weißt du, obwohl ich fremd bin, dass ich dich akzeptiere, so seltsam sich das anhört. Meine Akzeptanz hast du, egal was für ein Mensch du bist.
Mir ging es auch so, dass ich bei meinem Freund war und dort dann mitten am Essenstisch ne krasse Panikattacke bekommen hatte und mich alle nur mitleidig anschauten, wieso ich weinen würde. Der Vater von ihm hatte es sofort verstanden was los war, er hat den Mist nämlich selbst durchgemacht. Man kommt sich oft vor, als würde man peinlich sein, weil die Verhaltensweise so "weinerlich" wirkt und die Reaktionen auf Dinge sehr "schwach", obwohl es viel Stärke braucht das überhaupt durchzuhalten.

Außerdem habe ich den gleichen "Fehler" wie du auch gemacht, ich habe versucht es zu provozieren, aber das ist auch eine Art des Wegrennens und keineswegs Akzeptanz, aber es ist ein Anfang. Weil du versuchst es zu provozieren, um es später zu vermeiden. Jede Art der Vermeidung wird bewirken, dass du es weiterhin als Bedrohung siehst und dich schwer damit tust, es als das zu sehen was es ist. Es ist nicht mehr als ein echt beschissenes Gefühl, vor dem du Angst hast, weil du zulässt, dass es dein Leben regiert.

Es wäre wahrscheinlich am besten (das denke ich jetzt im Nachhinein) es zu verstehen, das Leben weiterzuleben und die Gefühle einfach kommen zu lassen, ohne ihnen viel Macht über einen zu geben. Es einfach kommen lassen, sagen es ist OK, es ist nur Angst - dort wo keine Gefahr ist, und dann auch weitermachen, mit dem Wissen, dass dir nichts passieren wird. Solange du nämlich drauf reagierst und dem glauben schenkst, wird es weiterhin glauben, es hätte nen Grund um zu existieren. Hört sich erstmal komplizert an, ist aber wie Jeff es sagt nichts weiter als die Angst vor der Angst.

JustElliot

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Reply with quote  #10 
+ Der Trick ist wirklich dein Leben einfach zu leben und dich nicht von der Angst regieren zu lassen. Du tust das, was du sonst auch tun würdest (oder jeder andere Mensch). Wenn die Angst dann kommt, dann lässt du sie einfach kommen. Sie ist wirklich nur Fehlplatziert, vielleicht wirst du sogar irgendwann darüber lachen, so habe ich das eine Weile gemacht, es ist einfach nur aufregend geworden zu sehen was mein Körper für Reaktionen zeigen kann.
Mental/Rational kannst du den ganzen Kreislauf verstehen, aber du musst mit deinen Handlungen und dem Vertrauen in das Verständnis, das du aufgebaut hast, deinem Gefühl zeigen, dass es wirklich keine Gefahr gibt. Außerdem solltest du definitiv aufhören dich zu schonen, das ist für Menschen natürlich, die das haben, weil sie versuchen alles zu vermeiden, das damit zusammenhängt.
Doch es ist ganz klar, dass mit dir nichts los ist, außer dass du wirklich fürchtest dass etwas mit dir nicht stimmt. Du bist in der Hinsicht kein Deut anders als jemand, der das nicht erlebt hat.
Man muss sich nicht unbedingt in's Kino zwingen der sonst was tun (kann aber sehr hilfreich sein) und sich zwingen Dinge zu tun. Einfach normal leben als hättest du diese Erfahrung nie gemacht.

Die Sache ist die folgende, es ist das, womit die meisten Menschen mit Panik und GAS Probleme haben: Jeder Versuch, etwas aktives zu tun (außer von tiefstem Herzen herausfordern die Symptome während einer normalen Tätigkeit schlimmer werden zu lassen, das braucht VIEL Vertrauen und sogar Mut), ist ein Kampf gegen die Symptome. Jeder Versuch es zu vermeiden wird nur bedeueten, dass du ihm einen Grund gibst zu existieren und damit, dass es länger dauert.

Die Wahrheit ist wirklich, dass DIES die Lösung zur Heilung ist und es wirkt sehr Widersprüchlich, dass du "versuchen sollst" gehen zu lassen, damit du heilst, aber dieser Versuch scheinbar selbst die Lösung blockiert. Akzeptanz bedeutet wirklich zu verstehen, zu vergessen, Vertrauen zu haben, das Leben weiterleben und jedes Symptom herausfordern schlimmer zu werden. Also den geringsten Widerstand liefern, der geht.


Hier ist was interessantes, was ein bisschen off-topic ist, aber eine sehr wichtige Sache, die dir vielleicht in Zukunft helfen könnte, weil Menschen wie wir oft ein sehr starkes Problem mit Selbstablehnung und Minderwertigkeit haben, weshalb wir uns dann überlasten und Nährboden für so eine Störung gibt:
http://www.psychotipps.com/selbstvertrauen/folgen-geringer-selbstachtung.html

Ist eine Leseprobe für sein Buch, aber es gibt viele Infos, die ich einfach nur super finde!

ps. es ist definitiv möglich ein Leben ohne die Panik zu führen, kenne viele die das geschafft haben, ich hab das Problem eigentlich auch nicht mehr, aber ich habe auch garkeine Angst davor. Es ist mir absolut egal wenn ich sowas bekomme.
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