Panic Attacks Message Board
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Lumi

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Reply with quote  #1 
Hallo ihr Lieben! Ich muss mich erst mal ganz doll bei Jeff und Elliot bedanken! Eure beiden Ausführungen haben mir bisher sehr geholfen! Danke für diese Arbeit und Mühe, die Ihr euch gemacht habt. Und danke Jeff für das Forum in Deutsch! Mein Englisch ist leider sehr schlecht und so bekomme ich im anderen Forum immer leider nur ein Paar Brocken Inhalt mit... Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute das deutsche Form entdecken würden. [smile]

Mein erster Gedanke war, ich hätte so gerne die deutsche Version von Claire Weekes Buch oder eine Übersetzung. Nur ist auf dem Markt rein gar nix zu finden. Falls jmd dieses Buch besitzt, würde ich mich über einen Austausch oder die Möglichkeit, Seiten zu kopieren ,extrem freuen! [smile]

Mein Problem ist eine generalisierte Angststörung. Ich habe großes Leid damit, dass sobald das Adrenalin die Angst ausgelöst hat, ich extrem wilde und angstvolle Gedanken zu allem Möglichen bekomme. Dann macht mir alles Alltägliche Angst. Sobald das Angstgefühl nachlässt, hab ich diese Gedanken nicht mehr und kann alles richtig und real einschätzen. Das Problem ist, dass ich das reine Körpergefühl nun schon ganz gut zulassen kann, es mich nicht in mehr in totale Panik versetzt. Und ich die Vorgänge gut verstehe und mich somit distanzieren kann. Aber die Gedanken in der Situation wirken immer so echt, dass ich dann alle glaube und das dass die Angst schlimmer entfacht. Grübelstopp und drüber schweben klappt nicht so recht. Das Erkennen in dem Moment, dass ich nicht die Gedanken bin, fällt mir schwer, da sie so eins mit mir scheinen.
Mein Therapeut (leider Tiefenpsychologe) meint, dass die Gedanken alle aus dem Unbewussten (Kindheitserlebnisse) nun hochkommen. Ich finde die Erklärung eigenartig. Schließlich hab ich diese Gedanken in normalem Zustand gar nicht.
(Bsp. Gedanken: "ich schaff den Tag nicht" "mein Mann könnte verunglücken" "Abneigung gegen andere Menschen" "ich hasse meinen Job" uvm.)

Hat das auch jemand und vielleicht einem Tip dazu?
Liebe Grüße Lumi
Mimnur

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Reply with quote  #2 
Hallo Lumi,

leider habe İch das selbe Problem schon seit ein paar Jahren. Diese Seite hat mir sehr geholfen meine Panik Attacken bisschen in griff zu bekommen und vor allem İch sehe dass nicht nur İch betroffen bin, genau mit den selben Gedanken und Gefühlen müssen auch andere durch. Das was dein Psychologe gesagt hat mit dem Kindheitserlebnissen ist wahr, vieles was in der Kindheit unterdrückt wurde kommt nun sozusagen "raus" d.h du musst dich mit deinen Kindheitsgefühlen beschäftigen und abklären. Leider kommen diese Panik Attacken ja auch genau dann wenn man sich gut fühlt. Dann denkt man sich momentan gehts mir gut warum bekomme ich die gerade?
Mein Therapeut hat bei mir festgestellt dass im Kindheit Gefühle wie "Zorn, Traurigkeit und u.a. andere Faktoren unterdrückt wurden. Deshalb bekomme ich die Panik Attacken von Zeit zu Zeit, aber mit den Sitzungen werde ich meine Gefühle los und "lerne" meine damaligen Gefühle jetzt erst kennen und mit der Zeit werden die Panik Gefühle von alleine loslassen. 

Hoffe konnte dir ein bisschen helfen [smile]

LG Nurdan
JustElliot

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Reply with quote  #3 
Hi Lumi. War grad am dösen und hab nochmal nachgeschaut auf der Seite. Schön dass du schreibst. [smile]
Zum Vorredner:

Ja, es sind bestimmt zum Teil Probleme aus der Kindheit, die jetzt an die Oberfläche kommen, aber nein, es ist total egal welche Probleme das sind und die müssen nicht vorher gelöst werden, damit diese "Störung" aufhört. Tiefenpsychologen (das kann ich aus Erfahrung sagen), tun gerne solche Dinge dafür verantwortlich machen. Wenn dich deine Kindheit belastet, dann sprech mit einem Psychologen darüber, aber danach lass es in der Zeit vorher und nachher gut sein. Mein Freund wurde als Kind von seinen Eltern geschlagen und hatte generell eine miese Kindheit, dennoch hat er keine Angststörung. Ergo: Es ist nicht der Auslöser.

Zum Thema:

Wenn du und ich verängstigt sind, suchen wir nach einer Gefahr. Irgendwas muss uns doch bedrohen, sonst würden wir keine Angst haben... richtig?

Also suchen wir nach etwas, das eine Gefahr sein könnte. Uns poppen alle Probleme auf die uns in diesem Moment oder jemals belastet haben, egal ob sie nun relevant sind oder nicht (es ist egal was). Dein Körper bemerkt dass du Angst davor hast und sieht es als möglichen Auslöser für deine jetzige Angst und versucht sie deshalb zu entfernen. Auf einmal wirkt das Problem ganz groß! Es muss ja eine riesen Bedrohung sein, wenn du dich deshalb so ängstlich fühlst!

Wenn du nach der "Behebung dieser Gefahr" immer noch ängstlich bist, wirst du weiterhin nach dem Grund suchen. Also suchst du weiter und immer weiter.

ABER

mit dir ist nichts los. ABSOLUT NICHTS. Außer dass du glaubst, etwas wäre los mit dir. Und dieser Glauben ist das, was du Angst nennst. Dein Körper dem du sagst, etwas würde nicht stimmen.

Die Lösung findest du nie, weil es nichts gibt, das du finden könntest, außer dem Wissen, dass es nichts gibt. Die Gefahr nach der du suchst existiert nicht und hat noch NIE existiert. Es ist eine Einbildung.

Du fühlst dich ängstlich, weil du deine Angst als einen Indiz dafür siehst, dass du bedroht wirst. Ob du jetzt die Angst selbst fürchtest oder dem dämlichen Gefühl ständig wieder abkaufst, dass du bedroht wirst ist egal.

Es ist verwirrend. Denn wir fühlen uns unsicher, wenn wir nicht versuchen uns vor der angeblichen Bedrohung zu beschützen (Unsere Waffen sind das Grübeln). So als würden wir in einem Tigerkäfig sitzen, neben uns liegen Waffen, aber wir greifen sie nicht und warten darauf, gegessen zu werden.
Ja dann lasst uns das doch tun oder? Lasst uns die Waffen liegen lassen, keine Analyse mehr. Es wird nicht passieren, denn es gibt keinen Tiger, er ist nur eine Fantasie.

Das Grübeln ist ein Kampf gegen eine nicht existierende Gefahr. Entscheide dich, ob du damit weitermachen willst oder die Suche als beendet siehst, der Angst keinen Glauben mehr schenkst und normal weiterlebst. Mach das wovor du Angst hast. Ich habe mich mit Freunden getroffen in einer Bar und die Angst wollte ich immer wieder erinnern "pass auf, irgendetwas stimmt nicht.", aber ich habe es ignoriert. Und dann wurde ich ruhiger. Lebe mit ihr, ohne dir groß einen Kopf drüber zu machen, bis sie so unwichtig wird, dass du sie vergisst.

Sobald das krankhafte Suchen weg ist haben die Probleme nach kurzer Zeit wieder normale Priorität. Außerdem gibt es einen großen Unterschied zwischen gestresst sein und ängstlich sein. Alltäglicher Stress ist nicht der Grund, wieso man eine Angststörung hat. Für mich gibt es diese Krankheit gar nicht. Es ist nur eine dumme Reaktion auf ein dummes Gefühl.

Alles was du recherchierst, denkst, liest, überwachst, dich wunderst. Es ist alles eine Lüge.
Wie gesagt: Es gibt nichts und es gab nie etwas.

Vergiss es.
Lumi

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Posts: 38
Reply with quote  #4 
Wow! Danke für eure Antworten!
Ja ich sehe die Kindheitsaufarbeitung auch mit gemischten Gefühlen. Habe bisher nie ein Problem mit dieser gehabt. Durch das Analysieren wird aber doch klar, dass ich schon als Kind sehr ängstlich war. Gerade was Verlustängste betrifft. Habe dann aber als Jugendliche und Erwachsene eigentlich gut gelernt damit umzugehen. Vor einem Jahr in einer mehrfachen Krisensituation kam das dann extrem wieder.
Trotzdem denke ich auch, dass das ganze Kramen in der Kindheit nur noch mehr Ärger hervor holt und ich dadurch Angst habe, die falsche Therapie für mein Problem zu machen.

Entstanden ist die Angsterkrankung nach einer Mehrfachbelastung (Tod Angehörige, Berufliche Krise und ungewollte Kinderlosigkeit), die ich selbst nicht mehr verkraftet hatte. Und hierüber bin ich immer wieder ins Grübeln verfallen.

Diese Sachen schmerzen im Moment nicht mehr sosehr. Aber gelöst sind sie nicht. Die Angststörung macht es mir kräftemäßig nun schwer, überhaupt Probleme anzugehen. Wenn ich nur daran denke, geht mein Adrenalin schon hoch.

So ist es eigentlich jeden Tag auch im Kleinen. Irgendwas regt mich auf oder ist eine Hürde für mich und schon kommt die Angst. Diese vermeintlichen Hürden waren früher auch da, aber haben mir keine solche Angst eingejagt. Bsp. Angst vor der Arbeit.

Sollte ich aber so richtig intensiv durch die Arbeit absorbiert und abgelenkt sein, kann es passieren, dass ich 6 h lang keine einzige Attacke mehr habe. Dann meine ich immer, es liegt daran, dass ich nicht an die Angst denke und ich das ja sonst auch nicht müsste. Aber steuern kann ich das Denken einfach nicht. Und nicht viele Tätigkeiten lenken mich so richtig gut ab. Beim Putzen und Sport z.B. denke ich gleichzeitig immer noch nach und erwarte die Angst. Wie bekommt man das nur endlich weg? Ich möchte so gerne wieder normal leben und mich auch mal ausruhen, ohne gleich Panik zu bekommen.

Kennt ihr evtl. Byron Katie, Eckhart Tolle oder generell Zen? Da werden Gedanken ja auch immer als Illusion gesehen. Bei Mbct heißt es immer, man hat Gedanken, man ist sie aber nicht. Das fällt mir sehr schwer zu durchschauen. Wenn ich mich schlecht fühle, dann fühl ICH mich doch so?!

Manchmal würde ich am liebsten aufhören mich überhaupt mit der Angst zu beschäftigen. Aber ich kann es einfach nicht lassen.... Furchtbar...
JustElliot

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Reply with quote  #5 

Ich denke auch, dass diese Aufarbeitung eher mehr Probleme zum Grübeln aufwirft. Schlussendlich könnte es dir aber dennoch helfen für's Leben. Nur ist es vielleicht nicht der perfekte Zeitpunkt um stark in der Vergangenheit zu kramen, weil du im Moment dir zu sehr den Kopf darüber zerbrichst.

Schau dir mal das an.

Originaltext:
The part of the brain responsible (Amygdale/Limbic System) for setting the fear level does not feel the fear it produces, it just watches your reactions to decide if that fear setting is correct. If you act like something is wrong, it calculates that something is wrong and keeps the defensive setting high. If you act like nothing is wrong it calculates that nothing is wrong and resets the defensive setting to a preset of ‘normal’

Übersetzt (Falls du es lieber in Deutsch hast):

Der Teil des Gehirns, der Verantwortlich dafür ist, das Angstlevel zu bestimmen, fühlt nicht die Angst, die sie selbst produziert. Es schaut nur auf deine Reaktion, um zu entscheiden, ob das Angstlevel korrekt ist. Wenn du so tust, als wäre etwas nicht in Ordnung, geht es davon aus etwas wäre nicht in Ordnung und behält das Schutzlevel hoch. Wenn du so tust als wäre alles in Ordnung, dann geht es davon aus, alles wäre in Ordnung und bringt dein Angstlevel wieder auf einen Standart-Wert von "normal".

Mehr braucht man eigentlich nicht wissen.

Klar tun unechte Gedanken echte Gefühle auslösen, der Kopf macht keinen Unterschied zwischen Realität und Fantasie. Trotzdem ist es nur eine Einbildung. Eine Illusion, die du dir jeden Tag selbst aufbindest.

Einfach mal die Kontrolle abgeben über die Angst/Gedanken. Nicht mehr den Grübeleien nachgeben, jetzt wo du den Grund dafür kennst. Nicht fragen wie lange wird es noch da sein. Es ist Wurscht egal, es ist nur ein Gefühl, das dir Stärke geben will, welche du im Moment nicht brauchst. Lass alles einfach so sein wie es ist.

Denn mir wurde es gesagt und es stimmt: Sobald du es vergessen kannst, verschwindet es.

LG. Elly. Meld dich jederzeit.

Mimnur

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Reply with quote  #6 
Hallo JustElliot,

Es freut mich zu lesen dass egal welche probleme die auch von der kindheit kommen zu lösen sind. Denn mir wurde gesagt dass man die kindheitsprobleme erst abhacken müsste damit die panik attacken nicht jedes mal auftreten.
Wiederum hätte ich doch noch fragezeichen im kopf; ich hatte vor 3 jahren diese probleme und hab dann diese seite gefunden. Es hat mir wirklich sehr geholfen aus der situation rauszukommen und 2 jahre lang ging es mir sehr gut hatte absolut keine attacken mehr nicht mal die gedanken darüber. Aber genau vor einem jahr har es wieder plötzlich angefangen mitten auf der strasse. Ich bin einfach enttäuscht warum ich das nochmal erlebe und seitdem hat es nicht aufgehort. Dann denke ich nämlich auch wenn ich mich gut fühle es kommt doch letztendlich wieder [frown] warum wiederholt sich das alles obwohl es mir gut ging?



JustElliot

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Reply with quote  #7 
Warst du komplett ohne Angst wie bevor du andauernd ängstlich warst?

Das Problem ist, dass sobald man mal Ruhe davor hat, es gut möglich ist wieder daran erinnert zu werden in einer stressigen Situation und man sagt sich dann direkt "Oh nein, bitte nicht". Dort fängt es schon an mit der Angst. Die Frage ist dann nur, wie man darauf reagiert. Ob man das Rad wieder zum laufen bringt oder sich sagt: "Okay, das ist jetzt nur vorrübergehend. Da brauche ich mir keine Gedanken drüber zu machen." und sich dann wieder auf etwas anderes konzentriert, sich vielleicht eine Auszeit nimmt.

Wenn du denkst, dass alltäglicher Stress dich zu sehr beanspruchen, besprech das vielleicht mit einem Therapeuten oder deiner Familie und Freunden. So selbst zu grübeln ständig macht nur mürbe. Außerdem geben einem anderen Menschen oft sehr gute Tipps.

Das Blöde ist wirklich die Gewohnheit abzulegen, die Achtsamkeit...
Mimnur

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Reply with quote  #8 
Ich bin leider eine Stressperson [frown] kann im allgemeinen nicht mit Stress umgehen. Wahrscheinlich kam es wieder wo ich alles zuviel empfunden habe und wahrscheinlich sitzt irgendwo in meinen Gedanken immer noch die Angst so dass es von zeit zu zeit hervorgeholt wird. Es ist wirklich schwierig die Angst als keine Angst anzunehmen, ich denke das braucht übung. 

Es ist wirklich sehr schön von euch zu hören dass ihr das überwunden habt, ihr macht mir sehr viel mut.

Wie lange hat es denn bei dir gedauert bis du keine Angst mehr empfunden hast?



JustElliot

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Reply with quote  #9 
Es war eine Zeit lang weg, aber sobald ich mich wieder gewundert habe, ob es wiederkommt und mich deswegen verrückt gemacht habe, ist es wiedergekommen.

Denke mal der Trick ist es, dass man komplett vergisst, dass "es" jemals existiert hat.

Und was ich bei GAS hilfreich finde ist einfach dumm zu sein. Dumm sein bedeutet in einer Art die Kontrolle abzugeben. Denn nur wenn es ein Problem gibt, müsste man Kontrolle darüber bewahren.

Gedankensteuerung geht nicht, weil es eine Art der Inakzeptanz ist. Umso mehr man versucht Kontrolle über die Gedanken/Gefühle/Handeln zu bekommen, desto mehr zeigt es dem Körper, dass etwas nicht stimmt, sonst bräuchtest du die Kontrolle nicht.

Also sei dumm und denke so primitiv wie es nur möglich ist. Normalerweise weiß man instinktiv wie das geht.
Lumi

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Reply with quote  #10 
Lieber JustElliot, deine Antworten hier sind einfach sehr erhellend. Ich spüre dass du absolut recht hast und mir geht es jeden Tag besser damit.

Meinst du, ob es bei Depressionen ähnlich ist? Vielleicht funktioniert das im übertragenen Sinne ja ähnlich? Kann es sein, dass man seine Problemgedanken irgendwann so sehr glaubt, immer mehr darüber grübelt und seinem Gehirn so immer mehr die Nachricht meldet, es stimmt etwas nicht?
Und irgendwann wird es depressiv und angstvoll?!

Ich habe wie gesagt ein paar Hauptprobleme, die es schaffen, die Angst wieder loszutreten, wenn ich mich wieder zu sehr mit ihnen beschäftige. Und anstatt dann eine gute Lösung zu finden, rutsch ich in die Angst ab, was das Lösen dann erstmal unmöglich macht und ich nur froh bin, wieder aus dem Angstgefühl rauszukommen und normal leben zu können. Dann relativiert sich das Problem erstmal bis es mir wieder so gut geht, dass ich denke, ich will es jetzt lösen und schon häng ich wieder im der Spirale drin...
Es gibt eine Zen-Geschichte (das 84. Problem), wo es darum geht, dass wir Menschen Gegebenheiten als Probleme ansehen und damit das Leiden anfängt. D.h. also die Reaktion auf und Bewertung unseres Leben macht es erst zum Problem. Das klingt absolut logisch. Nur kann ich es nicht einfach stoppen. Aber es ist sicher ein Lernprozess.
JustElliot

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Reply with quote  #11 
Also ich denke auf jeden Fall, dass man auch bei Depression immer tiefer in die Spirale rutscht, weil die Gefühle die Gedanken schwärzen. So wie bei Angststörungen.

Am Ende denke ich wirklich dass alles egal ist. Und es gibt keine großen Probleme. Also wieso sich den Kopf machen?

Mimnur

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Reply with quote  #12 
Ja das ist das problem ich teste mich sozusagen um zu gucken ob es wirklich weg ist und wenn es mir nach dem test gut geht hab ich es überwunden nur meistens klappt es mit dem testen nicht wie du auch schon erklärt hast man muss die kontrolle aufgeben. Hoffe wir schaffen es alle in kürze.
Vielen dank JustElliot für die antworten und für die detaillierte erklärungen. Es geht mir jetzt schon gut [smile]

Lumi

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Reply with quote  #13 
Guten Morgen. 2 Tage ging es mir ganz gut. Ich dachte, ich verstehe es nun. Man fühlt sich so frei und etwas geheilt. Und gestern Abend fing es an, dass ich dachte, ich traue dem Ganzen nicht. Das kommt bestimmt wieder. Und schwupps liege ich seit 4 Uhr mit Angstattacken vom feinsten im Bett. Nachts und morgens bin ich so benebelt, dass ich nicht klar denken kann. Da hilft mir alles Wissen nix. Es wird so richtig schlimm... mit Durchfall und Gedanken, dass mich Alles überfordert und ich nie wieder irgendwas zu Stande bringe. Ich sehe Staub liegen und denke, ich werde nie wieder Kraft haben, zu putzen. Kann mich dann nicht ablenken. Kein TV, Sport oder Reden ist möglich. Bin dann gefangen in meinem Kopf. Genauso geht das seit Monaten. Dadurch schaffe ich es morgens oft nicht zur Arbeit. Ich lese mir hier alles immer wieder durch und habe das Gefühl mein Kopf hat sich daran gewöhnt. Findet es nicht mehr neu. Kann es gerade nicht umsetzen.
Das Gefühl einfach sein zu lassen, schaffe ich gerade noch so. Aber alle sich einmischenden Angstgedanken scheinen so real. Ich kann sie nicht ignorieren. Wenn ich mir sage, dass ich die Angst akzeptieren muss und sie mich nicht umbringt bzw. sie eine Illusion ist, kann ich es mir einfach nicht abkaufen. Das Gefühl ist so stark und widerwärtig, dass ich es einfach nur weghaben will.
Je nachdem wann ich Glück habe, kommt für mich aus heiterem Himmel der Schalter und plötzlich ist alles wieder normal. Dann kann es sein, ich kipp gleich nochmal in den Zustand zurück, wenn ich mich davor fürchte oder ich schaff es tatsächlich im ersten Anlauf und die Angst ist erstmal wieder weg.
Wie ich das alles hasse...
Danke dass ich das hier einfach mal aufschreiben kann. Allein das hilft mir auch ein bisschen. Jedem Normalen in meiner Familie ist das einfach zu komplex zu verstehen.
JustElliot

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Reply with quote  #14 
Guten Morgen Lumi,

Das Beste wäre, wenn du komplett aufhörst nach einer Lösung zu suchen und das "Biest" zu bekämpfen, weil nur der Kampf das ist, was du als Angst fühlst.
Kein Lesen mehr, kein Grübeln, es einfach sein lassen. Zwing dich dazu, dich komplett auf Dinge einzulassen, die du im alltäglichen Leben tust. Arbeit oder Hausarbeit, Fernsehen, Freunde. Nehm den Fokus von dir weg. Absolut kein bisschen Fokus auf dich selbst erlauben. Mach das mal eine Weile.

Man denkt sich dann immer "Es ist so schlimm, wie kann ich das ignorieren". Aber so schlimm ist das Gefühl von Angst wirklich nicht. Und bitte steinige mich jetzt nicht. Aber das wirkliche Problem ist unser Kampf gegen das Gefühl, nicht das Gefühl selbst. Das was du so hasst ist der Kampf, den du gegen dich selbst austrägst, der dich total auslaugt.
Lumi

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Reply with quote  #15 
Danke für deine schnelle Antwort! Oh man, gestern hab ich das alles noch kapiert.. und nun sitze ich zitternd im Zug auf dem Weg zur Arbeit. Gott sei Dank Spätschicht... Umso mehr ich funktionieren will, umso schlimmer wird der Druck...

Ist Ablenken nicht auch eine Art wegschauen oder unterdrücken? Und kommt es dann nicht mit voller Wucht zurück? So nach dem Motto wenn ich nicht hingucke, ist es fälschlicherweise weg?!

Die Gedanken und negativen Gefühle machen mich so fertig. Hab einfach das Gefühl, ich kann sie nicht steuern oder was anderes machen. Fühl mich wie ein kleines hilfloses Kind.

Oder soll ich versuchen, alle normalen Tätigkeiten auszuführen und dabei allen Gedanken und den Panikgefühlen freien Lauf zu lassen? Mich sozusagen nicht irritieren lassen? Sie wirken sooo echt diese Mist-Gedanken...

Wie unterscheidet man denn normale Stressgedanken von diesen Katastrophengedanken? An der Reaktion die sie auslösen?
Als Bsp: "ich werde niemals wieder morgens arbeiten können; sie schmeißen mich bestimmt bald raus." oder "ein Leben ohne Kinder ist sinnlos" -Ja, in der Angstsituation kann ich nicht klar denken. Da schiesst sie wie Pilze aus dem Boden. Aber sollte ich nicht, wenn es mir gut geht, diese Gedanken vor Augen führen und real analysieren? Sonst kommen sie ja immer wieder?!
Aber ich weiss auch, dass dann auch die Angst bald wieder mit hochkocht. Weil es dafür einfach keine Lösung gibt oder ich zu blöd bin mich selbst vernünftig zu beruhigen...

Sorry dass ich dich hier so beanspruche Elliot, aber du bist gerade echt der Einzige, der es neben Jeff raus hat[wink]
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