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Lumi

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Reply with quote  #1 
Guten Morgen ihr Lieben. Ich mach mal ein neuen Abschnitt auf. Der letzte ist schon so lang geworden...

Nachdem ich sicher war, die Angst einigermaßen zu verstehen, wollte ich mich meiner Angst stellen und nun einen weiteren Schritt machen. Wir haben beschlossen die hormonelle Behandlung für die Kinderwunschbehandlung wieder zu starten.

Da meine ersten richtigen Angstattacken damals nach der ersten Behandlung kamen, glaubte ich sehr lange, dass sie hormonell ausgelöst wurden. Da die Angst dann aber weit darüber hinaus bestehen blieb, ahnte ich, dass die Angststörung eine eigenständige Geschichte ist und wohl eher der immense Druck durch den Kiwu (und ein paar andere Stress-Erlebnisse) dafür verantwortlich waren. Auch die Ärztin sah das eher so rum.

Lange Rede kurzer Sinn... gestern Abend also die erste Spritze gesetzt und mir immer wieder gesagt, dass ich nicht auf eine mögliche kommende Angst reinfallen darf. "Natürlich" bin ich dann doch heute Nacht mit so einem extremen Adrenalinstoß aufgewacht. Für mich erstmal ohne ersichtlichen Grund. Nachts kann ich dann auch nicht klar denken. Und dann kamen natürlich die ersten Gedanken, dass es doch von den Hormonen sein könnte... Dann ging die ganze Achterbahnfahrt so richtig los. Vorallem die Erinnerungen an die schlimmsten Tage kamen hoch... Wie sehr ich handlungsunfähig war... Vollkommen absorbiert von der Angst... Keine Möglichkeit klar zu denken oder selbst was dagegen machen zu können. Dieses Gefühl war sofort wieder da.

Ich lieg seitdem wach und bin total fertig. Nun hab ich Panik, dass ich einen Fehler gemacht habe... Dass die Behandlung doch zu früh ist. Ich will nicht, dass es wieder so schlimm wird... Auf der anderen Seite, weiß ich nicht, ob ich die Angst jemals wieder so im Griff habe, dass eine panikfreie Behandlung möglich wäre. Und wir werden leider auch nicht jünger.

Ich hab mittlerweile so viel Wissen darüber und auch Fortschritte gemacht. Aber die Angst vor der Angst und die Angst, dass es doch einen Auslöser wie die Hormone gibt, reiten mich wieder hinein. Ich könnte gerade nur heulen.
Lumi

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Reply with quote  #2 
Sorry... ich weiß, dass eigentlich alles schon gesagt und geschrieben worden ist in unserer letzten Unterhaltung. Das Komische ist nur, sobald das Gehirn im Angstzustand ist, kann ich lesen und versuchen, mich zu erinnern an was ich will. Irgendwie schnalle ich es dann nicht richtig. Als wäre das Gehirn taub. Obwohl ich vorher so oft der Meinung war,es verstanden zu haben, ist es dann nicht abrufbar. Kann die Angst nicht loslassen. Ich hasse diesen Zustand. Ich kann nur abwarten und hoffen, dass der Schalter endlich kippt.
Lumi

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Reply with quote  #3 
Guten Morgen ihr Lieben. Ich möchte euch hier nicht zumüllen. Aber ich muss es mir einfach von der Seele schreiben. Vielleicht hat ja jemand noch einen hilfreichen Gedanken dazu.
Hatte gestern wieder einen schlimmen Grübeltag. Schaffe es einfach nicht, mich abzulenken. Wenn ich nicht arbeiten muss, habe ich einfach keine Verpflichtungen wo ich "müsste". Und TV, Hausarbeit usw. läuft dann wie parallel ohne dass ich da wirklich dabei bin. Dann kam natürlich die Angst verbunden mit viel Traurig- und Hilflosigkeit. Nachts dann ab 3 Uhr die Panik. Die Angst dass das niemals wieder aufhört. Dass es immer schlimmer wird.
Sagt mal, wie grenzt man denn Depressionen von GAS ab? Ist es bei Depris auch so, dass man teotzdem "helle" Stunden am Tag hat? Oft Abends und auf Arbeit denke ich dann, jetzt gehts mir wieder so gut. Ich hab doch eigentlich gar nix... Sehe dann alles im richtigen Licht und fühl mich frei wie früher. Und schwupps kommt die Angst das gute Gefühl gleich wieder zu verlieren. Überlege manchmal, ich sollte mir doch ein Antidepressivum verschreiben lassen. Nicht dass ich das Einfachste nicht mache und so mein Leben den Bach runter geht, weil der Alltag so beeinträchtigt ist. Habt ihr Erfahrung mit Medikamenten?
JustElliot

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Reply with quote  #4 
Nagut diese Angst ist eigentlich generell eine eigenständige sache. Ich denke vom lesen her ist es offensichtlich, dass diese panik in der nacht durch die angst vor der möglichen panik ausgelöst wurde. Weil du angst hattest die panik würde kommen, kam sie dann auch.
Lass die sache mit den Hormonen beiseite. Das wird nicht der Auslöser sein.
JustElliot

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Reply with quote  #5 
Den letzten post habe ich erst jetzt gelesen, bin am handy. [smile]
Ich habe zwei Medikamente genommen aber auf kurze Zeit. Mirtazapin und citalophram. Mir kam es so vor als hätten beide Medikamente es schlimmer gemacht und dann hat mir der Vater meines Freundes, der selbst so ne Störung hatte, gesagt dass ich damit aufhören soll. Denke es war die beste Entscheidung.

Versuch vielleicht dich wirklich beschäftigt zu halten.
Mein bester meinte nämlich etwas witziges: stress kommt dann nicht, wenn man sich mit stress nicht beschäftigt.

Ziemlich wahr oder?
Lumi

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Reply with quote  #6 
Aber ich kann mich doch nicht die ganze Zeit beschäftigen und ablenken. Das ist wie wegrennen. . Ich möchte so gerne auch in Ruhe angstfrei sein können. Aber wenn ich nur mal ein paar Minuten Luft habe, kommen sofort die Gedanken an die Angst. Quasi die Angst vor der Angst. Ich kann es einfach nicht abstellen.
Und was ich noch viel schlimmer empfinde, sind diese negativen unterschwelligen Gedanken . Sie machen mir alles negativ, egal was auftaucht. Dann färbt sich die ganze Welt quasi dunkel und ich kann mich über nix freuen und betrachte alles ängstlich. Wenn der Spuk vorbei ist, ist alles wieder normal. Aber in diesem Zustand kann ich meistens nicht anders, als das alles ernst zu nehmen.
Wenn ich Jeffs bzw. deine Empfehlungen nachgehe, weiß ich bald gar nicht mehr, welchen Gefühlen ich trauen kann, ohne dass sie mich gleich wieder in die Angst reinziehen.
Obwohl ich damit schon gute Erfahrungen gemacht habe, kann ich einfach nicht glauben, dass das die entgültige Lösung ist und nicht doch die tieferen Probleme gelöst werden müssen, wie mein Psychologe meint. Aber wenn er unrecht hat, dann ist die ganze Therapie dort für den Eimer. Sie bringt mich ja nur immer wieder dazu zu glauben, es hat eine Ursache usw..? Bin verwirrt... Kann die Therapie ja nun kurz nach Antragstellung nicht gleich wieder abbrechen?!
JustElliot

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Reply with quote  #7 

Leb dein Leben und ignorier die Angst.

Es gibt einen Unterschied zwischen gestresst sein und einer Angststörung. Alltäglicher Stress löst keine Angststörung aus, sondern die Angst vor der Angststörung selber... vor der Art wie du dich fühlst.

Ich weiß es klingt so einfach und wirkt so schwer umzusetzen

JustElliot

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Reply with quote  #8 
Möchte nur nochmal kurz sagen: Nicht vor der Angst wegrennen, sondern darauf zu.

Die Angst die du spürst ist das Wegrennen.

Lass die Angst kommen, da sein, dich miserabel fühlen lassen. Tu das, was du denkst würde Angst auslösen. Das gilt für GAS und PS... Hör auf wegzurennen.
Lumi

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Reply with quote  #9 
Danke dir nochmals für deine hilfreichen Antworten. Es stimmt schon, ich habe mittlerweile Angst davor wie ich mich in der Angst fühle und wie sich meine Person ändert.. Es ist aber auch echt tricky... Ich fühle mich teilweise dadurch wie eine gespaltene Persönlichkeit. Das ist echt gruselig. Nur mal ein Beispiel dazu: Es ist seit 3 Jahren so, dass ich meinen Job nicht so richtig mag. Es gab in den Jahren immer mal Phasen wo es besser oder schlechter ging. Ich hatte aber nie den Mut mir was anderes zu suchen. Vielleicht hatte ich diese Angst ja abgemildert immer schon?Nun ist es so, dass ich in der richtigen Angstphase das ganze sehr extrem erlebe. Dass ich nicht auf Arbeit will und 8h dort überleben für mich der Horror sind. Wenn ich dann dort bin, hört das schlechte Gefühl meist nach 2 h auf und ich bin so abgelenkt, dass ich mich meist ganz gut fühle und abends danach dann zwar groggy bin, jedoch "normal" und die Gedanken und Gefühle, die sich so echt am Anfang des Tages anfühlten, aufeinmal nicht verstehen kann. Dann ist der Job doch wieder ganz ok.. So komm ich aber nie zu einer Entscheidung...
Und ich weiß nicht, ob ich seit 3 Jahren das Gefühl schon unterdrücke und ich deswegen jetzt was Psychisches bekommen hab..?! Kann einfach nicht nicht darüber nachdenken..

Wenn ich so über GAS nachlese, finde ich so ein "Beschwerdebild" einfach nicht und denke dann immer, ob ich nicht doch Depression habe oder langsam schizo werde... Und im englischen Forum kann ich leider nicht mitlesen, weil ich nix verstehe[frown]
Danke fürs Zuhören Elliot! LG
JustElliot

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Reply with quote  #10 
Das kann ich dir nicht beantworten, da musst du auf dein herz hören, ob du dich auf die arbeit freust und sie sinnvoll findest. Arbeit ist ja nicht immer nur Spaßig das ist normal. Mach vielleicht mal eine Liste mit Dingen, die du gut oder schlecht findest auf der Arbeit. Vielleicht bringt dir das Klarheit.

Wie du es geschafft hast dich so stark zu stressen, kann ich dir leider auch nicht sagen, kenne deine Umstände einfach nicht.
Aber schlimmer als eine unbedeutende Panik kann dir nicht passieren, wenn du dich sehr verausgabst. Ohne es zu füttern ist es vorrübergehend.
Falls du die Arbeit wirklich wechseln willst, dann solltest du den Schritt auch wagen und dich umschauen.
Mir hilft es momentan sehr, einfach mein Leben zu leben und die Angst herauszufordern da zu sein, weil ich weiß, dass ich damit umgehen kann, auch wenn sie mich den ganzen Tag begleiten würde, was nicht der Fall ist. Das Leben ist auch mit Angststörung wunderbar, wenn man sich nicht von ihr einschränken lässt. Und dann verschwindet sie automatisch, weil du sie akzeptierst. Einfach leben. Es wird besser.
Lumi

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Reply with quote  #11 
Hey! Guten Morgen!
Ja das mit der Pro und Kontra-Liste hab ich schonmal probiert. Ich weiß, dass ich irgendwann was ändern muss, um beruflich zufriedener zu sein. Jedoch macht mir die Angst vor Neuem da auch einen Strich durch die Rechnung. Dazu kommt, dass ich absolut nix Alternatives finde, was mir wirklich Freude machen könnte. Hab das Gefühl, ich kann mich in meinem Zustand auf nichts einlassen und will dann erstmal doch im sicheren Hafen bleiben, solange ich nicht richtig fit bin.

Könntest du mir bitte nochmal an einem Beispiel weiter helfen?
Ich wache in der Früh auf und oft ist da schon ein Herzklopfen/Bauchspannung. Manchmal ganz von allein, manchmal nach Träumen. Nun dürfte ich mich damit ja nicht beschäftigen, weil ich weiß, dass alles gut ist. Trotzdem fängt mein Körper an, sich im Bett hin und her zu werfen und zu strecken. Das ist wie eine automatische Abwehrreaktion. Dann bin ich hellwach und die Welt schläft noch. Alles ist so dunkel. Dann versuche ich es mit: "die Angst soll halt über mich kommen. Mir kann nix passieren." Das funktioniert sogar meist, weil ich mich daran erinnere, dass es nichts zu befürchten gibt und ich schlafe kurz wieder ein. Aber dann kommt es dicke. Ich wache wieder mit ängstlichem Gefühl im Bauch auf und nun ploppen die Gedanken auf: "bin total einsam" oder "will nicht zur Arbeit" oder "bin z.H. immer so allein" und auch schlimm: "das Leben ist sinnlos". Egal wie sehr ich mir dann sage, dass diese Gedanken jetzt ein Symptom der Angst und nicht real sind, ich kann es mir in dem Moment nicht glauben. Die Gefühle daraus sind so vernichtend. Ich kann dann nur noch weinen aus Verzweiflung. Wenn ich jetzt sage, ich lass auch die Gedanken zu und sie können mir nichts anhaben, stimmt das einfach nicht für mich. Denn ich fühle mich ja ganz real so traurig und ängstlich.

Kennst du auch solch fiese Gedanken oder ist die Angst bei dir unabhängig von sowas?

Bei Ablenkung am Tag verschwindet das dann fast alles und über Nacht werde ich dann wieder "ausgetauscht". Und die Spirale geht von vorne los.
Ist das nicht doch ein Unterschied zu Panikattacken und hilft deswegen Jeffs/ C. Weekes Methode evtl. hierbei nicht? Bei PAs durchschaue ich das Ganze. Aber bei den Deprigefühlen morgens hab ich einfach keine Chance...

Bin jetzt noch auf die Linden Meth. gestoßen. Scheinbar geht es dort viel um Ablenkung. Hast du davon schonmal was gehört?

Einen schönen Tag dir!

(Echt schade dass hier im deutschen Forum so wenig los ist...) Ich denke, das alles würde noch viel mehr Leute interessieren, wenn Sie irgendwie zu Jeffs Seite finden würden.
JustElliot

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Reply with quote  #12 
Ich kenne das auch mit dem ängstlichen aufstehen, da muss man einfach weitermachen, ohne dem große Beachtung zu geben. Genauso wie wenn ich einen Alptraum habe, dann beschäftige ich mich nicht ewig damit oder versuche herauszufinden, wieso ich das geträumt habe. 
Dann gehe ich in die Küche, mache mir einen warmen Tee und mache etwas schönes bis ich mich vielleicht wieder müde fühle.

Von der Linden Methode habe ich mal gehört, aber mich nicht weiter damit beschäftigt. Das was ich dir vorgeschlagen habe, einfach das Leben weiter zu leben, ist sogesehen auch eine Art Ablenkung. Nur dass ich mich mehr darauf konzentriere, mich nicht einschränken zu lassen von der Angst und sie einfach akzeptiere, anstatt eine Methode zu suchen, um vor ihr wegzurennen.

Und das mit den depri Gedanken hatte ich auch sehr oft, auch jetzt manchmal. Wo ich denke, dass nichts Sinn macht und ich gar nicht leben bräuchte.
Kann echt einfach nur sagen: Mach weiter, akzeptiere deine Gefühle und renn nicht davor weg.

Etwas zu tun zu haben im Leben hilft da sehr weiter. Und wie gesagt: Dass man wegen Angst etwas nicht tun könnte, ist die größte Illusion. Es ist einfach nicht wahr.
JustElliot

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Reply with quote  #13 
Zur Ergänzung: ich denke wir haben diesen Mist nur, weil wir glauben damit nicht leben zu können.
Lumi

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Reply with quote  #14 
Huhu liebe Justelliot! Ja ich versuche dieses Sinnlosigkeitsgefühl mittlerweile auch als Symptom der Störung anzusehen, welches auch wieder verschwindet. Und mich damit vorallem möglichst nicht zu identifizieren. Auch wenn es mir manchmal sehr Angst macht. Ich hab das schon fast 10 Jahre lang immer wieder gehabt ohne dass ich mir Sorgen darüber gemacht habe. Ich habe halt immer eine Antwort darauf gesucht... "Was ist der Sinn des Lebens usw". Mittlerweile kann ich mir das rational ganz gut beantworten. Jedoch hilft mir das nicht, wenn die Angst da ist. Dann ist alles plötzlich sinnlos und ich bin extrem antriebsschwach.

Die Linden-Methode geht scheinbar total auf Ablenkung. Bin aber immer noch skeptisch, ob man so der Angst nicht einfach nur davon läuft... Aber das Gehirn soll sich durch die Ablenkung wieder umgewöhnen.. Wenn es für mich nur nicht so schwer wäre, mich zur Ablenkubg zu zwingen...
Liebe Grüße und einen schönen Tag!
JustElliot

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Reply with quote  #15 
Auf englisch gibt es ein tolles Video von jemandem, der sehr gut erklärt, wieso man aufhören sollte, negative Gedanken zu analysieren. Er meinte man soll es sich vorstellen wie ein Maulwurfsloch. Wenn man dort rein schaut und immer weiter sucht, wird man am Ende nur verwirrt und man kommt nirgendswo gutes raus.
Wenn schlechte Gedanken aufkommen bemerke ich sie, aber lasse mich nicht vereinnahmen von ihnen. Ich gehe einfach nicht ins Loch und versuche etwas herauszufinden.

Wollte das nur mal teilen. Haltet mich auf dem laufenden mit eurem Fortschritt. Würde mich freuen. Ich werde wohl auch immer mal wieder ein update geben. [smile]

Viel Liebe und Glück an euch [tongue]
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