Panic Attacks Message Board
Register  |   |   |  Latest Topics
 
 
 


Reply
  Author   Comment  
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #1 
Hallo Zusammen,
Ich möchte zuerst Jeff und euch allen danken. Ich habe schon so viel über Panikattacken gelesen, aber erst hier habe ich Menschen gefunden, bei denen ich mich wirklich verstanden fühle. Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier nicht verstecken muss, auch nicht vor solchen Gefühlen wie das Unwirklichkeitsgefühl. Ich gebe das so ungern anderen gegenüber zu, solche Gefühle zu haben, weil es sich so schrecklich anhört, aber hier ist es okay.
Vielen Dank dafür.

Kurz über mich. Ich bin 26 Jahre alt und hatte wegen meinem alkoholkranken Vater (und ein paar sehr schlimmen Situationen) in meiner Kindheit ständig extreme Angst. Keine Panikattacken aber ständige Anspannung. Meine erste Panikphase hatte ich mit 17. Dann nach ein paar Monaten ging es wieder besser.
Die nächsten Jahre folgten immer mal wieder solche Phasen, in denen ich mit Panikattacken zu tun hatte, es dann aber nach einer Zeit wieder ging. Seit 2 Jahren bin ich allerdings jetzt schon in so einer Phase und denke es ist dann wohl leider keine Phase mehr. Vorallem seit ein paar Monaten habe ich die ganze Zeit mit der Panik zu tun. Die Panikattacken können mir momentan nicht mehr so viel ausmachen, aber dieses 24- Stunden Angstgefühl mit Analysieren, Gedankenkarusell, Unwirklichkeitsgefühlen und dem Gefühl mit mir stimmt was nicht was ich "reparieren" muss, ist schon sehr schlimm für mich. Ich habe hier jetzt schon so vieles darüber gelesen, was für mich wirklich Sinn macht und ich wirklich versuche umzusetzen. Aber jetzt zu meiner Frage: Wie geht ihr mit "echten" Problemen im Zusammenhang mit dieser Panik um?
Ich bin seit 5 Jahren in einer Beziehung und sie läuft seit 2 Jahren nicht so gut, seit ein paar Monaten sogar ziemlich schlecht. Es ist eine schwierige Situation, weil mein Freund selber auch mit Despressionen zu kämpfen hat und ich ihm sein kaltes Verhalten ja irgendwie nicht vorhalten kann. Aber ich merke das die ganze Situation meine Angst noch schlimmer werden lässt bzw. Immer wieder neu hochkommen lässt. Es heißt ja die Angst einfach zulassen und nichts zu tun. Aber diese Situation fordert ja, dass ich was tue. Könnt ihr ungefähr verstehen was ich meine?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
JustElliot

Registered:
Posts: 367
Reply with quote  #2 
Hallo, dich wird es jetzt vielleicht verwundern....
aber wir gehen genauso mit Problemen um wie andere Menschen.
Leider kann ich dir da aber keine genauen Ratschläge geben, die auf deine Situation passen, weil ich nicht genau weiß wie das Verhältnis zwischen euch ist oder wie die Bedürfnisse jedes einzelnen sind.
Raten würde ich aber immer ganz offen mit dem Partner zu reden. Zweifel anzusprechen, wo es schief läuft und auch kein Blatt vor den Mund zu nehmen darüber was für Bedürfnisse man selbst hat, auch wenn es einem selbst vielleicht schwer fällt. Die Dinge, die man sich nicht traut zu sagen sind oft die wichtigen gewesen in meinem Leben.
Liebe ist einfach eine schwere Sache. Da müsstest du vielleicht jmd um Rat fragen, der da einigermaßen einen Bezug dazu hat. Z.B. Freunde. Bist du glücklich? Was würdest du dir wünschen wäre besser?
jeff

Avatar / Picture

Moderator
Registered:
Posts: 3,322
Reply with quote  #3 
Hallo Manaolana
Das Problem mit einer ungelösten Situation ist, dass der Stress bei Ihnen bleibt. Ich würde empfehlen, dass Sie eine Lösung finden, um Ihre Sorge.


Es tut mir leit, mein Deutsch ist schlecht
JustElliot

Registered:
Posts: 367
Reply with quote  #4 
Ja da hat er Recht. Ich bin selbst in einer on-off Beziehung. Das kann ganzschön stressig sein, vor allem wenn man es nicht schafft loszulassen...
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #5 
Vielen Dank für die Antworten. Ich hoffe, dass es nicht falsch rüber gekommen. Natürlich geht ihr (/wir) mit Problemen genauso um wie andere Menschen. Ich habe nur das Problem, dass solche Probleme bei mir immer in Panik umschlagen. Wenn man Probleme in der Beziehung hat, ist es ja normal, dass man traurig ist und vielleicht auch Angst hat, aber wenn ich diese Gefühle habe, zieht es mich sofort wieder ganz runter. Ich frage mich ob ich es jemans wieder schaffe, eine normale Beziehung zu schlechten Gefühlen zu bekommen. Jeff wie gehst du damit um, wenn in deinem Leben Probleme auftauchen? Kommen dann bei dir die Angstgefühle auch wieder hoch?
Natürlich habt ihr Recht, dass ich die Situation mit meinem Freund klären sollte, damit es mir wieder besser geht, aber ich weiß einfach nicht wie ich das machen soll. Es ist alles so kompliziert.
jeff

Avatar / Picture

Moderator
Registered:
Posts: 3,322
Reply with quote  #6 
Wenn ich mich ängstlich fühle, frage ich mich, ob ich Angst vor dem Angstgefühl habe. Wenn ich Angst vor der Angst habe, dann lasse ich die Angst passieren und weigere mich, die Angst weiter zu analysieren.


Wenn ich die Angst nicht analysiere, dann fliegt die Angst. Aber das braucht Zeit.

JustElliot

Registered:
Posts: 367
Reply with quote  #7 
Es ist echt schwer bei so privaten Problemen zu helfen. Ich denke echt da hilft reden. Mit Freunden usw. und sich dann für einen weiteren Weg entscheiden.
Dass die Angst dann kommt liegt daran, dass du gestresst bist und das sofort bemerkst und ängstlich reagierst.
Mach am besten das was Jeff vorschlägt auf der Seite.

Ach ja, und wenn ich gestresst bin, dann reagiere ich nicht auf meine Gefühle bzw. achte auf sie, sondern konzentriere mich darauf, das Problem zu lösen.
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #8 
Danke für die Antworten. Ihr seid wirklich schon super weit. Es ist sehr logisch was ihr sagt, aber es ist noch ein weiter Weg für mich die Gefühle passieren zu lassen. Aber seit ich das hier alles gelesen habe, versuche ich es jeden Tag aufs neue.
jeff

Avatar / Picture

Moderator
Registered:
Posts: 3,322
Reply with quote  #9 
Echt super! Sie sind auf dem richtigen Weg.
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #10 
Eine Frage hätte ich mal noch: Ist dieses zulassen und nicht analysieren ein Prozess, den man üben muss und dann immer besser wird oder muss es Klick machen und dann kann man es einfach?
Wenn ich in dem Buch lese kommt es mir immer so vor als wenn es bei dir Jeff eines Tagss klick gemacht hätte und ab da war dir alles egal und du hast die Angst davor verloren.
JustElliot

Registered:
Posts: 367
Reply with quote  #11 
Du sprichst zwar zu Jeff, aber ich kann dir meine Sichtweise sagen, da er ja nicht antwortet. Wenn du von der Panik sprichst, dann ist es so, dass man nach dem beschriebenen Ereignis ein Verständnis bekommt, was nach einer kurzen Weile dazu führt, dass der Panikkreislauf bricht. Ich kann nur für mich sprechen, dass nach diesem Moment die Panik als Reaktion noch ein paar Wochen da war, aber dann habe ich mich immer wieder automatisch an das Ereignis erinnert und irgendwann ging es komplett fort.

Die generalisierte Angst ist zwar der gleiche Kreislauf im Grunde, aber dort fühlt es sich schwieriger an, weil es abstrakter ist.
Vor was hat man Angst? Davor, dass es bleibt oder wieder kommt. Wieso? Weil das Gefühl absolut grausig ist.
Man mag vielleicht noch manchmal glauben, man würde verrückt werden usw., weil man keine offensichtliche Antwort findet auf den Grund wieso man so fühlt, aber nach ein paar rationalen Gedanken sollte sich das wieder legen.

Alles hängt mit der Erinnerung vom ersten Mal zusammen, bei der wir Panik erlebt haben. Wir wollen wissen wieso und das wollen wir nur wissen, um es zu vermeiden. So etwas soll nie wieder passieren. Wir sollen nie wieder so fühlen müssen. Und solange wir das glauben, wird unser Schutzsystem wachsam bleiben.
Aber was soll schon Schlimmes passieren? Man bekommt wieder Panik, ansonsten hat man Ruhe, da man dem Kreislauf nicht verfällt. Was ist so schlimm daran sich kurzzeitig so zu fühlen, als wäre man von jemandem erschreckt worden? Mehr ist es doch gar nicht. Alles andere ist ein Konstrukt den wir selbst erbaut haben. All das was sich Angststörung nennt in dem Zusammenhang ist nichts weiter als ein Mensch der versucht sich vor etwas zu schützen, was es nicht gibt. Der unnötige Schutz selbst ist das, was der Mensch hasst. Ironie?
Muss man Stress bzw das erneute Auftreten vermeiden? Nein. Das schlimmste was passieren kann ist wie gesagt mal eine kurze Panik und alltäglicher Stress.
Kannst du das akzeptieren?

Die Angststörung...das bist du selbst, wie du gegen dich kämpfst. (Nur der Kampf, ohne den gäbe es keine Störung)
Es gibt keinen Grund wieso man sich so fühlt, denn es gibt keine Gefahr. Also gibt es auch nichts zu suchen/finden.
Wenn man sich ein Messer in den Arm rammt dann holt man es einfach raus oder? Dann hört man auf es weiter rein zu stecken.
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #12 
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich weiß du hast Recht mit dem was du sagst aber irgendwie fühle ich es nicht. Ist das das Problem? Ich bin immer auf der Suche nach dem Gefühl, das mir Bestätigt, dass das alles Blödsinn ist, aber natürlich sagt mir mein Gefühl was anderes. Ich kann zwar Rational denken aber es kommt nicht an. Die Panikattacken kommen momentan gar nicht mehr so wirklich, weil ich da wirklich weiß, dass es auch wieder aufhört. Bei mir ist es eher so, dass ich den ganzen Tag über wie kurz vor einer Panikattacke bin und den ganzen Tag darüber nachdenke (dass ich nachdenke). Es ist genau wie du sagst schwierig zu fassen, weil es abstrakt ist. Ich weiß gar nicht genau wovor ich Angst habe. Ich kann es einfach nicht stoppen den ganzen Tag zu analysieren wie es mir geht und warum. Wenn ich mir fest vornehme es nicht mehr zu analysieren, klappt es einfach nicht. Ich habe hier im Forum noch nicht wirklich viel verfolgt. Wie sieht es bei dir aus. Hast du auch schon alles unter "Kontrolle" ( die es ja nicht gibt), also schaffst du es die Unsicherheit nicht mehr an dich ranzulassen?
JustElliot

Registered:
Posts: 367
Reply with quote  #13 
Ja, ich denke ich habe es kapiert.

Werde mich auch demnächst wie gesagt mal hier zurückziehen. Will ned ständig wieder mit diesem Mist konfrontiert werden.

Man muss im Grunde raffen, dass JEDE Art von Aufmerksamkeit der Grund dafür ist, dass es bleibt. Weil das Nervensystem sich nicht entspannen kann, wenn man angespannt wartet ob es weg geht.
Deswegen funktioniert auch nichts. Und nichts (tun) funktioniert.

Du hast nichts, keine mentale Krankheit. Aber du willst dich gut fühlen. Solange du das versuchst, entsteht eine Spannung zwischen diesem Moment und der Zukunft. Und natürlich Unzufriedenheit.

Kannst du dich zu 110% auf etwas konzentrieren? Nicht nur 99% oder 101%. Ich meine wirklich volle 110%. Lass dich auf deine Welt ein. Auf das Fernsehen, die Freunde, die Arbeit. Ersticke die Angst in Unaufmerksamkeit. Mehr hast du ihr nicht entgegenzusetzen. Zu fragen wann sie weg geht ist wieder ein Versuch sie zu kontrollieren.

Ein guter Tipp den ich bekommen habe war: "Du wirst nicht sehen wie es weg geht."

Man kann nichts dagegen tun, aber genau das ist die Lösung. Also Scheiß drauf. Leb weiter. Irgendwann wirst du es vergessen. Aber nur dann wenn du es gehen lässt. Wir schaffen das Ciao.
Manaolana

Registered:
Posts: 19
Reply with quote  #14 
Ich denke dann solltest du das auch tun (dich zurück ziehen). Das wird ja jeder verstehen können. Freue mich für dich (und jedem andere) wenn es euch besser geht.
Ich werde weiter daran arbeiten mir zu sagen, dass es alles nur die Angst ist und sonst nichts und versuchen es weniger zu beachten.
Previous Topic | Next Topic
Print
Reply

Quick Navigation: